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Düsseldorf
Neue Heimat für den Mauersegler

Düsseldorf. Der BUND legt Nistkästen an, da Brutgelegenheiten seltener werden. Von Stefanie Thrun

Mauersegler fliegen nicht nur, sie leben förmlich in der Luft. Dort jagen sie, sammeln Materialien für ihre Brutstätten und schlafen sogar während des Flugs in bis zu 3000 Metern Höhe. Eines funktioniert allerdings nicht in luftigen Höhen. Zum Brüten und Aufziehen der Jungen müssen sie sich dann doch in Bodennähe begeben. In der Brutzeit sind die flinken Tiere, die ursprünglich meist in Felswänden nisteten, in der Stadt auf Wandnischen, Hohlräume unter Dachschindeln oder auch Rollladenkästen angewiesen, denn all diese Orte bieten sich als praktische Brutstätten an. Durch Neubebauung und Sanierung werden aber eben solche Plätze äußerst rar. Eigens für die Vögel konzipierte Nistkästen bieten da eine gute Alternative.

Eben solche hat der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) jetzt an seiner Landesgeschäftsstelle an der Merowingerstraße montiert. Mit der Unterstützung der "Naturfotografen for nature" und der Bezirksregierung fanden nun neun Nistkästen, von denen jeder Platz für drei Brutstätten bietet, ihren Platz an dem Gebäude. Jochen Behrmann, Geschäftsleiter des BUND-NRW, ist sich sicher, dass sie bereits in der nächsten Brutsaison gut angenommen werden. In der näheren Umgebungen würde es bereits eine Mauerseglerkolonie geben, deren Junge in den nächsten Jahren nach neuen Brutstätten in der Umgebung suchen werden, so Behrmann. Und schon jetzt sind Mauerseglerstimmen vor dem Geschäftsgebäude zu hören. Diese erklingen allerdings nur über eine Lautsprecheranlage. So sollen bereits einige Vögel angelockt werden, um sie für die neuen Brutstätten zu sensibilisieren.

Und nicht nur der Mauersegler darf Hilfe bei der Nestsuche erwarten. Im Rahmen des BUND-Projekts "Mehr Platz für Spatz & Co" konnten 1800 neue Brutplätze in NRW geschaffen werden. Angewiesen ist der BUND dabei auf das freiwillige Engagement von Projektentwicklern und Privatbauern, denn obwohl Brutstätten gesetzlich geschützt sind, ist es nur sehr schwer zu überprüfen, wo Brutstätten gefährdet oder nötig sind. Der BUND bietet Beratungen an und möchte so eine "vogelfreundlichere Stadt" fördern.

Quelle: RP
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