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Düsseldorf
Neue Perspektiven für Rathaus-Center

Düsseldorf. Architekt Christof Gemeiner hat im Auftrag der Stadt Vorschläge gemacht. Problem: Eigentümer sind sich nicht einig. Von Christoph Schmidt

Die Lage ist 1a: Das Rathaus-Center liegt mitten in der Stadt unmittelbar an Hildens Flaniermeile Mittelstraße. Die Büros und Praxen in den Obergeschossen sind alle vermietet. Probleme gibt es mit den elf Ladenlokalen im Erd- und Untergeschoss. Von 1350 Quadratmetern stehen zurzeit 550 leer (Stand April 2016). Deshalb hat die Stadtverwaltung den Hildener Architekten Christof Gemeiner beauftragt, Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Seine Studie ist Teil des Innenstadtkonzepts und liegt jetzt vor. "Das Rathaus-Center verfügt über erhebliches Potenzial", stellt Gemeiner fest: "Hauptprobleme sind die nicht funktionierenden Ladenpassagen im Erd- und Untergeschoss in Kombination mit den teilweise ungünstigen Flächenzuschnitten." Er macht fünf Vorschläge: Vorplatz "aufräumen" und damit aufwerten. Werbeanlagen maßvoll reduzieren. Waschbeton-Fassade reinigen und aufarbeiten. Gasse zum Dr.-Ellen-Wiederhold-Platz schaffen. Passagen im Erdgeschoss schließen und Ladenflächen neu aufteilen. Problem: Bauliche Veränderungen erfordern einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft - und zwar einen einstimmigen. Die Eigentümer sind sich aber offenbar nicht einig, so der Eindruck von Baudezernentin Rita Hoff nach verschiedenen Gesprächen: "Die Bereitschaft zu Veränderung ist nicht gegeben. Das ist das Problem." Der neue Zuschnitt der Ladenflächen im Erdgeschoss wäre aus ihrer Sicht die "wichtigste strukturelle Veränderung": "Die vorgeschlagene Gasse zum Dr.-Ellen-Wiederhold-Platz wäre eine tolle Sache. Das können aber nur die Eigentümer entscheiden."

Mit der Übergabe der Broschüre sei das Projekt für die Stadt beendet. Wegen der erneuten Haushaltssperre können weder das Programm für die Fassaden-Modernisierung noch der Verfügungsfonds in Anspruch genommen werden.

Einer der Eigentümer des Rathaus-Centers ist der Unternehmer Manfred Kluth. Er kritisiert die Vorgehensweise der Stadt: "Leider wurde vor der Auftragsvergabe an das Architekturbüro keinerlei Kommunikation mit den Eigentümern geführt. Aufgrund der Eigentümerstruktur wäre dann sofort klar gewesen, dass größere Umbauten und Investitionen unrealistisch sind." Kluth hält die vorgeschlagene Änderung der Eigentumsanteile für "nicht durchführbar". Warum? "Nur einige Eigentümer würden von den Vorschlägen profitieren." Schon deshalb kann sich der Unternehmer nicht vorstellen, dass alle Eigentümer einem der Vorschläge zustimmen würden. Das wäre jedoch die Voraussetzung für jede Veränderung.

Für Manfred Kluth kommt aus wirtschaftlichen Gründen nur eines in Frage: Abriss und Neubau mit Tiefgarage: "Nur so könnte eine Win-Win-Situation für alle Eigentümer und Bürger entstehen. Es macht nach meiner Auffassung keinen Sinn, rund 1,8 Millionen Euro in dieses alte Gebäude zu investieren. Aber auch diese Option ist wohl nicht umsetzbar, weil alle Eigentümer zustimmen müssten."

Quelle: RP
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