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Düsseldorf
Neue Planungen verändern den Handel

Düsseldorf. Die Stadt Düsseldorf gibt sich in den kommenden Wochen einen neuen Rahmenplan für den Einzelhandel. Von Thorsten Breitkopf

Im Jahr 2007 stellte die Stadt Düsseldorf gemeinsam mit der Industrie-und Handelskammer (IHK) und einigen Einzelhändlern einen Rahmenplan auf, der die Einkaufslandschaft entscheidend prägte. Und dieser war aus städtischer Sicht ein voller Erfolg. Ziel war es, zu verhindern, dass sich die Einkaufsbereiche planlos entwickeln, mit der Folge, dass die Innenstadt und auch die Stadtteilzentren geschwächt würden. Das Fazit fällt durchaus positiv aus. In einem Bericht der Verwaltung, der jetzt im Planungsausschuss vorgestellt wurde, heißt es: "Die Gewerbegebiete konnten vor dem Eindringen unverträglicher Einzelhandelsnutzungen geschützt werden. 92 Prozent aller großflächigen zentrenrelevanten Einzelhandelsbetriebe befinden sich in den Zentren." Genau das war Ziel des Plans. Entsprechend attraktiv ist Düsseldorf heute für Kunden aus dem Umland. Experten sprechen von der Einzelhandelszentralitätskennziffer. Die liegt in Düsseldorf bei 121,2 und damit weit vor den meisten anderen Großstädten Deutschlands. Konkret heißt das etwa, dass 21,2 Prozent der Einkäufe in Düsseldorf von Personen getätigt werden, die in der Landeshauptstadt nicht ihren Wohnsitz haben.

Doch seit der Aufstellung des letzten Rahmenplanes für den Einzelhandel sind acht Jahre vergangen, die den Handel insgesamt und auch Düsseldorf entscheidend verändert haben. Zum einen ist die Zahl der Einwohner rapide gestiegen. Zum anderen haben sich die Einkaufsgewohnheiten, die Art der Mobilität und die Strukturen des Einzelhandels binnen weniger Jahre rapide verändert. Man denke nur an den Online-Handel, die Nutzung der Smartphones zum Preisvergleich oder das wachsende Interesse an Bio- oder Fairtrade-Produkten. Gleichzeitig gab es einen anhaltenden Trend zum Flächenwachstum im gehobenen Lebensmitteleinzelhandel, was insbesondere renovierte Märkte in Bilk oder Benrath belegen.

Daher sind nun Anpassungen des Plans angedacht. Bestimmte Segmente sollen daher künftig keinen Platz mehr in den Zentren haben. Der Vorentwurf sieht vor, Geschäfte für Motorrad- und Fahrradzubehör aus der Innenstadt zu verbannen. "Das heißt nicht, dass bestehende Firmen gehen müssen, es geht um Neuansiedlungen", sagt Handelsreferent Sven Schulte von der IHK Düsseldorf. Zur Begründung hieß es von Seiten der Verwaltung jetzt im Planungsausschuss: Die Kundschaft von Motorradzubehörläden nutzt diese auch als Treffpunkt und sucht diese daher häufig mit dem Motorrad aus. Dafür sind zentrenintegrierte Standorte wegen des hierdurch verursachten Verkehrslärms oft ungeeignet. Auch zu Koppelungsgeschäften komme es nicht.

Der Trend bei Fahrradgeschäften geht ebenfalls zu immer größeren Flächen. Daher sollen auch diese Läden künftig bevorzugt außerhalb der Zentren angesiedelt werden. Das gleiche gilt für Händler von Kinderwagen.

Die Fachmarktstandorte, also Gartencenter, Möbelmärkte oder Baumärkte waren im alten Plan nur sehr grob verordnet worden. Sie haben aber einen enormen Platzbedarf und besitzen ein nicht zentrenrelevantes Sortiment. Nun sollen die Fachmarktstandorte im neuen Plan genauer abgebildet werden.

Außerdem sieht der Vorentwurf zum Rahmenplan Einzelhandel eine Überarbeitung der Einstufung der Zentrenhierarchie vor (siehe Grafik). Insgesamt verfügt Düsseldorf über 50 ausgewiesene Zentren. Unterschieden wird zwischen Stadtzentrum, Stadtbereichszentrum (Pempelfort, Bilk, Benrath), großes Stadtteilzentrum (etwa Lorettostraße, Gerresheim, Wersten), kleines Stadtteilzentrum (zum Beispiel Flehe/Aachener Platz Nikolaus-Knopp-Platz) und den Nahversorgungszentren. Lebensmitteleinzelhandel zur täglichen Versorgung soll übrigens auch außerhalb der Zentren möglich bleiben.

Quelle: RP
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