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Düsseldorf
Neue Regierungspräsidentin fährt Motorrad

Düsseldorf: Neue Regierungspräsidentin fährt Motorrad
Anne Lütkes (69, l.) war sieben Jahre Regierungspräsidentin, jetzt übergab sie an Birgitta Radermacher (61). FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Birgitta Radermacher absolvierte mit der BMW 1100 die Tour de France. Die 61-Jährige zieht von Köln nach Düsseldorf. Von Uwe-Jens Ruhnau

Blumen im historischen Bau am Rheinufer, klassische Musik, Innenminister-Besuch. Anlass: Eine Kölnerin geht, eine andere kommt. Das ist in doppeltem Sinn zu verstehen: Birgitta Radermacher ist nicht nur neue Düsseldorfer Regierungspräsidentin, sie ist bald auch Düsseldorferin. "Ich habe keine Lust zu pendeln und ziehe zum 1. November von Köln nach Unterbach", sagt die 61-Jährige. Ausfahrten ins Bergische Land kann sie von dort aus gut starten: Radermacher liebt das Motorradfahren, hat mit ihrer BMW 1100 RS beispielsweise die Strecke der Tour de France absolviert. Ihre Vorgängerin Anne Lütkes (69) dagegen kann sich ab sofort das Pendeln sparen und in der Domstadt, wo sie lebt, ausgiebig frühstücken.

Die beiden Frauen eint manches, nicht jedoch das Parteibuch. Beide sind Juristinnen, genauer Familienrechtlerinnen. Lütkes setzt sich für Unicef und das Deutsche Kinderhilfswerk ein, gründete die Initiative "Kinderfreundliche Kommune", "an der sich Düsseldorf ja leider nicht beteiligt". Die engagierte Katholikin Radermacher hat sich schon früh für das Beratungsangebot "donum vitae" eingesetzt. Lütkes ist eine Grüne, war Vorsitzende ihrer Partei in Köln. Radermacher dagegen ist Christdemokratin, saß im Kölner Stadtrat und war Beigeordnete in Siegen, zuständig u.a. für Jugend, Kultur, Wohnen.

Die Bezirksregierung ist eine Mittelbehörde des Landes, die den Städten beim Haushalten auf die Finger schaut, Planungen genehmigt und ihnen Mittel zuweist. Lütkes wurde im Düsseldorfer Rathaus für ihre Rücksichtnahme auf Bedürfnisse der Industrie mal mehr, mal weniger geschätzt und trieb mit dem ehemaligen IHK-Manager Udo Siepmann die Gründung der Metropolregion Düsseldorf voran.

Radermacher hat als dicken Brocken gleich ein hochbrisantes Thema vor sich. "Alle sprechen vom Diesel-Fahrverbot, aber es geht um ein Konzept für die Luftreinhaltung", sagt die Juristin. Man müsse abwarten, was höchstrichterlich zum Fahrverbot entschieden werde. Aber egal, ob aufs Konzept oder den Standort bezogen: "Eine solche Maßnahme macht allein keinen Sinn." Weniger Dieselabgase reichten nicht aus, und es sei auch nicht zielführend, ohne Nachbarn Maßnahmen umzusetzen. Die fünf Regierungspräsidien in NRW sollten sich abstimmen, sagt die Juristin, die auch mehr Vorausschau bei Planungsentscheidungen einfordert. Vielleicht brauche man nicht jede Brücke, die man heute plane, weil sich Transportmöglichkeiten änderten. Die neue Regierungspräsidentin will zudem das Thema Digitalisierung in und außerhalb der Behörde vorantreiben.

Quelle: RP
 
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