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Düsseldorf
Neue Studiengänge trotz Geldnot

Düsseldorf: Neue Studiengänge trotz Geldnot
FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Wie bleibt eine Universität wettbewerbsfähig? Indem sie exklusiv ist. Und Fächer anbietet, die man sonst nirgendwo studieren kann, zumindest nicht in der Region. Von Ute Rasch

Zwar kann sich die Uni Düsseldorf mit ihren 30.000 Studierenden (fast doppelt so viele wie 2010) nicht über mangelnde Beliebtheit beklagen, doch Rektorin Anja Steinbeck hat jetzt alle Fakultäten aufgerufen, über neue, ungewöhnliche Fächerkombinationen nachzudenken - nach dem Vorbild bereits bestehender wie Kulturmanagement oder Wirtschaftschemie. Die Hochschule soll ihr Angebot verfeinern in Zeiten, in denen die Mittel deutlich knapper werden. Ein Spagat?

Noch schreibt die Hochschule Schwarze Zahlen: Bei einem Etat von 330 Millionen erwirtschaftete sie 2015 einen Überschuss von sechs Millionen Euro. "Aber wir müssen uns darauf einstellen, dass viele unserer Einnahmen befristet sind und in den nächsten Jahren wegfallen", so Steinbeck. So läuft der Hochschulpakt mit Bund und Land bis 2020 aus, ob und wie viel von den heute pro Jahr gezahlten 20 Millionen Euro jährlich dann noch bleiben werden, ist ungewiss. "Auf jeden Fall sparen", lautet ihre Botschaft, die sich vor allem an die zentralen Einrichtungen richtet. So soll das Rechenzentrum fünf Prozent seiner und die Uni-Bibliothek 2,5 Prozent ihrer Ausgaben in den nächsten Jahren streichen.

Im Rückspiegel betrachtet, war 2015 ein besonders erfolgreiches Jahr für die Uni, zwei Sonderforschungsbereiche - die Königsdisziplin der Wissenschaft - wurden verlängert, ein neuer bewilligt. Eine solche Erfolgsstory wird in diesem Jahr wohl nicht geschrieben, stattdessen regt Anja Steinbeck an, künftig mehr mit Wissenschaftlern und Hochschulen aus anderen Städten (wie der Uni Köln) bei Top-Forschungsprojekten zu kooperieren.

Überhaupt setzt die Rektorin auf Gemeinsamkeit. Zu Beginn 2017 plant sie eine gemeinsame Initiative mit IHK, Handwerk, Stadt, Land und allen Düsseldorfer Hochschulen, "um die Wissensstadt Düsseldorf zu stärken". Ein Aspekt dabei: Bürger mehr an Forschung zu beteiligen. Wie könnte das aussehen? Anja Steinbeck berichtet von einem Biologen aus Norddeutschland, der über seine Internetplattform die Bevölkerung aufgerufen hat, ihm von überall her Wasserproben zu schicken. Oder von einem Historiker, der um Fotos von alten Postkarten bat. "Alles Ideen, die ausbaufähig sind."

Quelle: RP
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