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Neue Taxi-App sorgt für Ärger
Smartphone Apps: Neue Taxi-App sorgt für Ärger
Wer die App heruntergeladen hat, kommt auf die Startseite. Der eigene Standort (hier beispielsweise Königsallee) wird angezeigt, drumherum die Taxis, die ebenfalls die App aktiviert haben (graue sind besetzt). Unten ist der gelbe Button zur Bestellung eines Taxis. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Eine neue App in den Online-Shops sorgt für mächtig Ärger in der Taxiszene. Sie heißt MyTaxi und bietet Besitzern von Smartphones die Möglichkeit, ein Taxi direkt über die App zu bestellen. Ohne Telefonat, ohne Vermittlung. Die Taxizentralen könnten dadurch überflüssig werden. Von Uwe Reimann

Das ist ein Grund, warum die Taxigenossenschaft Düsseldorf die neue Bestellmöglichkeit ärgert. „Wir wollen mal schauen, ob das von den Kunden überhaupt angenommen wird“, sagt der Vorsitzende von Taxi-Düsseldorf eG, Dennis Klusmeier. Vor allem ärgert ihn, dass die Entwicklung der neuen App maßgeblich vom Mercedes-Benz-Konzern vorangetrieben worden ist. „Sie fördern dass sehr stark, obwohl wir Taxi-Zentralen viele Fahrzeuge bei Mercedes-Benz kaufen.“

Wer die neue App auf dem Smartphone bedient, hat direkt Kontakt zu den Taxifahrern, die die App ebenfalls auf ihrem Smartphone installiert haben. Für die Kunden ist die App kostenfrei beispielsweise bei iTunes herunterzuladen. Auch Taxifahrer können sich die kleine Software-Anwendung auf ihr Smartphone laden. Und dann kann es mit der direkten Taxibestellung sofort losgehen.

Auf der Startseite ist der eigene Standort signalisiert, drumherum sind die Taxis eingezeichnet, die ebenfalls „online“ sind. Von den 1200 Taxis, die für die Taxi-Genossenschaft in Düsseldorf fahren, sollen es nach RP-Informationen mittlerweile mindestens 300 Wagen sein, die auch per App auf Kundensuche sind. Ein Viertel der fast 4000 Fahrer soll die App installiert haben. „Wir können das nicht verhindern“, sagt Klusmeier.

 Pro Fahrt zahlt der Fahrer 79 Cent

Gibt der Kunde seinen Wunsch ein (zum Beispiel: Taxi für zwei Personen plus Hund und zahlbar mit Kreditkarte), sehen alle Taxifahrer den Kunden auf ihrem Display und signalisieren, ob sie die Fahrt annehmen wollen. Der Kunde kann sich dann einen Wagen aussuchen, logischerweise meist den, der bereits sehr nah am eigenen Abholort fährt. Pro Taxi-Fahrt muss der Fahrer 79 Cent an die App-Firma zahlen.

Das hört sich bequem an, ist es nach Ansicht von Klusmeier aber nicht. Er verweist auf die „ungeregelten Bestellungen“ zwischen Kunden und Fahrern. „Wenn Sie so ein Taxi bestellen, wissen Sie doch gar nicht, wer das ist, ob er einen Taxibeförderungsschein besitzt und welche Qualität er liefert.“

Ähnlich sieht es sein Kollege Hans Becker. Der Geschäftsführer der zweiten Düsseldorfer Taxi-Organisation Rhein-Taxi kritisiert das Angebot ebenfalls. „Bei uns dagegen wissen die Kunden, was sie für eine Qualität bekommen“, sagt er. Doch Rhein-Taxi hat auf die Konkurrenz im Smartphone bereits reagiert. Seit einigen Wochen hat Rhein-Taxi eine eigene App, mit der die eigenen Wagen angefordert werden können. „Wir haben mittlerweile schon sehr viele Autos, die per App angefordert werden“, sagt Becker.

Die neue MyTaxi-App dagegen dürfen die Rhein-Taxi-Fahrer nicht benutzen. Bei der Taxi-Genossenschaft mag man klagen ob der Konkurrenz im Smartphone. Aber man nutzt die Technik auch. In zwei Monaten will die Taxi-Düsseldorf eG eine eigene App entwickelt haben und auf den Handys anbieten.

Quelle: ila
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