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Neue Stationen besichtigt
Düsseldorfer loben helle U-Bahnhöfe

Düsseldorfer besichtigen die neuen U-Bahnhöfe
Düsseldorfer besichtigen die neuen U-Bahnhöfe FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Sie sind hell und haben hohe Decken, jede von ihnen hat einen eigenen Charakter und sie stehen für einen besseren öffentlichen Nahverkehr: Drei Gründe, warum sich die Düsseldorfer am Wochenende mehrheitlich sehr positiv über die U-Bahnhöfe Kirchplatz und Schadowstraße äußerten. Von Uwe-Jens Ruhnau und Andreas Endermann (Fotos)

Sie waren am Samstag die ersten beiden Stationen der Wehrhahnlinie, die zu besichtigen waren. Am kommenden Wochenende geht es weiter, dann werden die nächsten beiden Stationen geöffnet.

Das größere Interesse zog am Samstag die Station Schadowstraße auf sich. Aus Sicherheitsgründen wurde die Zahl der Neugierigen genau erfasst, am Ende wurden am Kirchplatz rund 3000 Besucher gezählt, an der Schadowstraße 6000 - dort gab es zu Beginn auch Schlangen, der Zugang musste zeitweise gestoppt werden. Das Publikum war bunt gemischt, alle Generationen waren vertreten, es wurde vor allem eines: viel fotografiert. Wer nicht gut zu Fuß oder auf den Rollstuhl angewiesen war, kehrte um - Rolltreppen und Fahrstühle waren noch nicht in Betrieb. Bilder von den Besichtigungen sehen Sie hier. 

Das kam sehr gut an: Vom Bahnsteig aus kann man am Kirchplatz in den Himmel schauen. FOTO: Endermann, Andreas (end)

Das sagen die Düsseldorfer:

Atmosphäre "Das ist ja schön hell hier", urteilte Anke Wolff am Kirchplatz. "Ein ganz anderes Ambiente als an der Heinrich-Heine-Allee, da ist es dagegen gedrückt und zwielichtig", ergänzte ihr Mann Andreas. Tatsächlich schauten die Besucher immer wieder vom Bahnsteig nach oben in den Lichthof. Sogar die Spitze des Kirchturms von St. Peter konnte man sehen - und viel blauen Himmel. Die Familie Heimes fand das klasse. "Das ist sehr schön", sagte Vater Jörg. Und beim Blick auf den Kirchturm fühlte man sich gleich heimisch - denn die Kinder Johanna und Jakob gehen in die Kita der Pfarrgemeinde.

Mit Tageslicht bis in die Tiefe, die allgemein überraschte, kann der Bahnhof an der Schadowstraße nicht punkten. Dafür aber mit Decken, die mehr als sechs Meter hoch sind. Und: Schon von der Verteilerebene kann man nach unten schauen und sehen, ob eine Bahn einfährt. "Da weiß ich gleich, ob es sich noch lohnt zu laufen", sagte Verena Zimorski.

Düsseldorf: Einblick in den neuen U-Bahnhof Kirchplatz FOTO: Bretz, Andreas

Kunst Sehr positiv sehen die meisten, dass es ein Kunstkonzept für die Wehrhahnlinie gibt. "Dadurch hat jede Station ihre Identität", sagte Gabriel Gelius-Dietrich, dem die dominierende Farbe Blau und das Video-Konzept "Turnstile" an der Schadowstraße viel besser gefiel als die "Spur X" am Kirchplatz. Tatsächlich gab es an den rot geschmiedeten Stahlsträngen, die teils zu Wörtern werden, reichlich Kritik. Immer wieder machten sich die Menschen den Spaß, Wörter zu entziffern, aber was das Ganze soll, blieb nebulös. "Ich habe gedacht, der Elektriker ist noch nicht fertig und da hängen Kabel an der Wand", schimpfte etwa Renate Hergeth. Es sei unsäglich, was sich die Stadt da habe "unterjubeln" lassen.

Nutzen Absehbar wird nun, was die Wehrhahnlinie bringt, und zwar nicht nur für Düsseldorfer. "Da wird sich der Andrang bald etwas verteilen, man kann gut zur Heine-Allee gehen oder zur Schadowstraße", sagte René Mattusch, der aus Ratingen kommt und mal über den Hauptbahnhof mit der S-Bahn, mal mit der 712 einpendelt. Das Nahverkehrsnetz in Düsseldorf sei eng, jetzt werde es noch besser.

Fotos: Abschnitt des U-Bahnhofes Heine-Allee präsentiert FOTO: Joris Hielscher

Bedenken Die schicke Ausstattung macht auch Sorgen. "Nach Mitternacht ist am Wochenende ja eine bestimmte Klientel unterwegs", meinte Nina Meuer. "Die Rheinbahn sollte viel Security einsetzen, wenn das hier so schön bleiben soll." Den stumpfen Fußboden hält Guntram Schoenitz für ungünstig. "Der dürfte schnell verschmutzen, ein Boden wie im Hauptbahnhof wäre vielleicht besser gewesen."

Quelle: RP
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