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Düsseldorf-Süd
Neue Unterkunft aus ausrangierten Containern

Düsseldorf-Süd. An der Kappeler Straße ist das letzte im Düsseldorfer Süden geplante Flüchtlingsheim in Betrieb gegangen. 200 Menschen finden in der Unterkunft Platz. Das 69-Millionen-Projekt ist damit abgeschlossen. Von Andrea Röhrig

Auch wenn die Zahl der Flüchtlinge in Düsseldorf zurück geht, die auf eine Entscheidung ihres Asylantrages warten, muss sich die Stadt derzeit um 6471 Geflüchtete (Stand Ende August) kümmern, die in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht sind. Das sind 1300 weniger als zum Jahresbeginn. 192 Neuaufnahmen stehen 508 Abgängen aus den Gemeinschaftsunterkünften gegenüber.

Um Kosten zu sparen, hat die Stadt nun die letzten in Hotels lebenden Flüchtlinge in Sammelunterkünften untergebracht. Um das realisieren zu können, wurde zum einen Ende September die neue Unterkunft an der Lützenkircher Straße in den Betrieb genommen. Sie ist die fünfte und letzte Einrichtung, die die Stadt aus dem 69-Millionen-Euro-Paket finanziert, das der Rat in seiner Sitzung am 28. April 2016 freigegeben hat. Um diese fünf Modulbau-Unterkünfte (In der Nießdonk, Oberlöricker Straße, Völklinger Straße, Lichtenbroicher Weg, Lützenkircher Straße) mit insgesamt Platz für 1430 Menschen zu realisieren, hat die Stadt zinsgünstige Förderkredite in der Höhe von mehr als 63 Millionen Euro aufgenommen, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion.

Die sechste und letzte aus diesem Finanztopf geplante Unterkunft an der Ickerswarder Straße wird nicht mehr gebaut. Dort hatte es im Sommer bereits einen Baustopp gegeben, weil sich die Stadt mit dem Bauunternehmer überworfen hatte. Nach Angaben einer Stadtsprecherin seien dort bereits Gutachter- und Planungskosten, sowie weitere allgemeine Baunebenkosten entstanden. Neben Kosten für die Grundstücksfreimachung und Kampfmittelentsorgung seien weitere Kosten für die öffentliche Erschließung des Areals und der Baugrundverbesserung sowie für die Verlegung des Parkplatzes des Kleingartenvereins angefallen. Eine genaue Summe kann die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Vielleicht ist dieses Geld ja nicht ganz zum Fenster rausgeworfen. Auf der Fläche neben der Münchener Straße kann sich die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt, Miriam Koch, stattdessen Wohnbebauung vorstellen, auch wenn sie wisse, dass dies nicht einfach umzusetzen sei, wie sie im Gespräch mit unserer Redaktion sagte.

Denn es sind Wohnungen im unteren Preissegment, die der Stadt zuhauf fehlen. Sowohl für die alteingesessene Düsseldorfer Bevölkerung mit geringem Einkommen, wie auch für die Flüchtlinge, die in Deutschland bleiben dürfen und sich hier einen Job und eine Wohnung suchen dürfen.

Vergangene Woche hat die Stadt zudem an der Kappeler Straße eine neue Unterkunft für 200 Menschen in Betrieb genommen. Sie wird nun sukzessive bezogen. Die Arbeiterwohlfahrt hat die Betreuung übernommen. Damit kommen nun auch die Container in Benutzung, die die Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) im Sommer 2015 im Auftrag der Stadt bestellt hatte und die im Herbst 2016 geliefert wurden. Seitdem standen die Container mit einem Wert von rund drei Millionen Euro ungenutzt auf dem IDR-Gelände an der Kappeler Straße.

Die Container waren für die Unterkunft an der Oberlöricker Straße vorgesehen, dort wurde stattdessen in Massivholzbauweise gebaut. Die allererste in Düsseldorf in Betrieb genommene Flüchtlingsunterkunft, die auf einem IDR-Gelände an der Benrodestraße entstanden ist, sollte eigentlich schon aufgelöst sein. Doch zum Jahresanfang hatten sich Stadt und IDR über eine Verlängerung bis Februar 2019 geeinigt. Hintergrund ist, dass die Stadttochter noch nicht so weit mit ihren Plänen für ein neues Wohngebiet ist. Auf der Internetseite der IDR heißt es dazu: Im begehrten Stadtteil Benrath an der Benrodestraße entwickelt die IDR zusammen mit der Bahners & Schmitz GmbH ein neues Wohnquartier. Aus einem ehemalig gewerblich geprägten Gebiet wird ein neuer und für die Landeshauptstadt wichtiger Wohnraum geschaffen. Ein Bebauungsplanverfahren wird noch durchgeführt.

Quelle: RP
 
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