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Aus für Großteil der Leuchten rückt näher
Neuer Ärger um Düsseldorfer Gaslaternen

Neuer Ärger um Düsseldorfer Gaslaternen
Eine Gaslaterne in der Flügelstraße in Oberbilk. FOTO: Andreas Endermann
Seit Montag erfahren die Bürger in den einzelnen Bezirken, wo die historische Beleuchtung bleiben soll. Die FDP beklagt, dass die Stadtverwaltung den Beschluss des Stadtrats ignoriert – und den Bürgern wichtige Antworten schuldig bleibt. Eine Übersicht.  Von Arne Lieb, Düsseldorf

Das Aus für einen Großteil der Gaslaternen rückt näher. Die Stadtverwaltung informiert seit Montag die Bürger in den einzelnen Bezirken darüber, in welchen Zonen die historische Beleuchtung erhalten bleiben könnte. Mit dem Beginn der Info-Veranstaltungen flammt auch der Streit mit den Gaslicht-Befürwortern wieder auf. Das sind die wichtigsten Antworten zum Thema:

Was ist die aktuelle Entwicklung?

Die Stadt stellt in neun Info-Veranstaltungen erste Überlegungen vor, wie sie den Ratsbeschluss vom vergangenen Dezember umsetzen will. Der Stadtrat hatte damals nach jahrelanger Debatte beschlossen, dass "mindestens" 4000 der rund 14.000 Gasleuchten erhalten bleiben sollen, der Rest wird vor allem auf LED-Technik umgestellt. Der Kompromiss soll bewirken, dass die historische Beleuchtung nicht ganz verschwindet, aber die Stadt zugleich hohe Betriebskosten spart und den Klimaschutzzielen näher kommt. Nun muss entschieden werden, wo das Gaslicht bleibt.

Die Grundlage bildet ein Gutachten des Planungsbüros "Licht Raum Stadt" aus Wuppertal, das im Auftrag der Stadtverwaltung die Gasbeleuchtung in einzelnen Straßen nach diversen Kriterien geprüft hat, von der Lichtqualität über den Sanierungsbedarf bis zum Zusammenspiel mit der Architektur. Das Ergebnis wird nun in den Bezirken vorgestellt, am Montag zunächst in Gerresheim. Die Gutachter haben eine Art Schulnote für jede Straße vergeben. Allerdings wurde am Montag bei der ersten Veranstaltung deutlich: Eine endgültige Antwort, wo die Laternen weichen sollen und wo nicht, will auch der Gutachter nicht geben. Zudem hat er nur die Laternen in Bereichen untersucht, in denen eine Erhaltungssatzung oder Denkmalschutz für die Bebauung gilt - alle anderen hat er nicht angeschaut.

Hier gibt es Gaslaternen in Düsseldorf FOTO: Schnettler

Wie lautet die Kritik?

Gaslicht-Befürworter bemängeln, dass die Stadt die Bürger nicht angemessen beteiligt. In der Tat hat das zuständige Dezernat 7 bislang nicht alle Aufträge des Rats abgearbeitet. So hatte die Politik verfügt, dass die Stadt eine "Teststrecke" mit verschiedenen Leuchtentypen aufbauen soll. Sie hatte auch gewünscht, dass die Verwaltung sogenannte Contracting-Modelle prüft, damit Anlieger nicht Teile der Kosten für die Umrüstung tragen müssen.

"Das hätte vor der Bürgerbeteiligung geschehen müssen", beklagt Ratsherr Rainer Matheisen (FDP). "Die Verwaltung ignoriert den Ratsbeschluss." Die Initiative Gaslicht beklagt, dass die Stadt viel zu kurzfristig zu den Abenden eingeladen habe - und bislang nur fünf Termine bekanntgegeben habe, obwohl die anderen intern feststünden. "Wir haben den Eindruck, dass alles getan wird, um die Bürgerbeteiligung ohne Bürger ablaufen zu lassen", sagt Sprecher Lutz Cleffmanns. Auch das Bewertungssystem könne man nicht nachvollziehen.

Wie geht es weiter?

Die Hinweise der Bürger werden den Bezirksvertretungen vorgelegt, die auch angehört werden. Dort gibt es auch Diskussionsbedarf. CDU und FDP haben bereits für den Bezirk 7 Anträge eingereicht, in denen sie sich kritisch zum Vorgehen der Verwaltung äußern. Ähnlich dürfte es in anderen Bezirken sein. Anschließend erarbeitet die Stadt den "Masterplan", der schließlich dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt wird. Das sind die nächsten Veranstaltungen (alle 17 Uhr): Heute: Bezirk 5, Fliedner-Gymnasium, Kalkumer Schlossallee 28; Mittwoch: Bezirk 8, Hauptschule, Bernburger Straße 44; Donnerstag: Bezirk 3, Stadtteilzentrum Bilk, Bachstraße 145; Freitag: Bezirk 6, Joachim-Neander-Schule, Rather Markt 2.

Die Stadt hat am Dienstag zwei weitere Termine für Informationsveranstaltungen bekannt gegeben: Donnerstag, 29. September, 17 Uhr: Stadtbezirk 9 mit den Stadtteilen Wersten, Holthausen, Reisholz, Benrath, Urdenbach, Hassels, Itter, Himmelgeist in das Annette-Droste-Hülshoff-Gymnasium, Brucknerstraße 19. Freitag, 30. September, 17 Uhr: Stadtbezirk 2 mit den Stadtteilen Flingern-Nord, Flingern-Süd und Düsseltal in der Montessori Gesamtschule auf der Lindenstraße 140.

Quelle: RP
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