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Düsseldorf
Neuer Bahnsteig in Bilk soll 2020 fertig sein

Düsseldorf: Neuer Bahnsteig in Bilk soll 2020 fertig sein
Die S-Bahnen halten links und rechts des heutigen Bahnsteigs, die Regionalzüge werden ebenso an beiden Seiten des zweiten Bahnsteigs stoppen. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Die Deutsche Bahn hat die Pläne für den Regionalhalt vorgestellt. Nun dürfen die Anwohner ihre Einwände vorbringen. Von Marcus Gülck und Christian Herrendorf

Manchmal kann auch die Offenlegung eines Planes schon ein besonderer Moment sein. So jedenfalls geht es allen Beteiligten rund um das Projekt "Regionalhalt Bilk". Mehr als zehn Jahre steht die Forderung im Raum, den S-Bahnhof im Süden der Innenstadt zu erweitern, gefühlte Ewigkeiten dauerten die Debatten, bis Land und Stadt die Deutsche Bahn bewegt hatten, die Idee voranzubringen. Nun können die Bürger die Pläne endlich sehen, ihre Sorgen und Wünsche bei der Bezirksregierung vortragen und mit der Bahn erörtern. Wenn alles Weitere nach Plan verläuft, könnte der Regionalhalt im Dezember 2020 in Betrieb gehen. Die wesentlichen Daten des Projekts im Überblick:

Was wird gebaut? Bisher gibt es in Bilk einen Bahnsteig, an dem auf beiden Seiten S-Bahnen halten. Daneben verlaufen Gleise, auf denen Regional- und Fernzüge unterwegs sind. Eines dieser Gleise wird nun so verschoben, dass Platz für einen weiteren Bahnsteig entsteht, an dem dann ebenfalls auf beiden Seiten Züge halten können. Dies werden voraussichtlich fünf Regional-Linien sein (siehe nebenstehenden Kasten). Der neue Bahnsteig erhält einen Aufzug und eine Treppe in Richtung Friedrichstraße sowie einen Zugang von der Burghofstraße. Der Umbau hat auch Auswirkungen auf die Strecke vor und hinter Bilk: Die Bahn wird im Umfeld 2250 Meter Gleise und neun Weichen neu bauen.

Warum wird gebaut? Die Anbindung des linken Niederrheins an Düsseldorf gilt schon seit langem als unzureichend. Nahverkehrsnutzer, die aus Dormagen, Mönchengladbach oder Kleve nach Düsseldorf kommen fahren im Moment noch mit dem Regionalzug an Bilk vorbei und müssen dann vom Hauptbahnhof mit Bus und Bahn zu ihren Zielen in der südlichen Innenstadt fahren. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) geht davon aus, dass die Zahl der Ein- und Aussteiger pro Tag im Schnitt von jetzt 10.700 auf rund 21.000 steigt. Diese prognostizierte Zahl setzt sich aus Kunden, die derzeit zum Hauptbahnhof fahren, und solchen, die sich wegen der neuen, attraktiveren Anbindung zum Umstieg auf die Bahn entscheiden, zusammen.

Was kostet das Projekt, und wer trägt die Kosten? Die Gesamtsumme für Planung und Bau liegt bei voraussichtlich rund 25 Millionen Euro. 18,3 Millionen übernimmt das Land, 3,9 der VRR, zwei die Deutsche Bahn, und eine Million kommt von der Stadt. Diese hat damit zum Ausdruck gebracht, wie wichtig ihr eine gute regionale Anbindung der Wehrhahn-Linie ist und das Projekt mindestens zeitlich vorangebracht.

Wie sieht der Zeitplan aus? Wenn die Bürgerbeteiligung abgeschlossen ist, wird die Planung konkretisiert, anschließend die Arbeiten ausgeschrieben. Wenn alles gut läuft, könnten diese Anfang 2019 beginnen und Ende 2020 abgeschlossen werden. Als wahrscheinlicher gilt ein Start-Termin im Laufe des Jahres 2021.

Wie steht es um den Lärmschutz? Vor und hinter dem Bahnhof werden insgesamt noch 805 Meter Lärmschutzwände errichtet. Ein kleines Stück auf der der Innenstadt zugewandten Seite zwischen Friedrich- und Weberstraße, der größte Teil zwischen dem Gelände, auf dem die Düsseldorf Arcaden stehen, und der Volmerswerther Straße. Für 96 Häuser reicht diese Maßnahme allerdings nicht aus, weshalb für diese Gebäude zusätzlich passiver Lärmschutz in Form von Schallschutzfenstern zum Tragen kommt.

Was sagen die Anwohner? Rund zwei Dutzend Bürgerinnen und Bürger waren gestern der Einladung gefolgt, um sich von Vertretern von Stadt, Bahn und des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr im Stadtteilzentrum Bilk über die Pläne informieren zu lassen. Im Zentrum des Interesses stand dabei die Gewährleistung von Lärm- und Erschütterungsschutz. Auch die zu erwartenden Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs während der baulichen Maßnahmen wurden hinterfragt. So werden sich alle Bahnreisenden auf Teil-, an manchen Wochenenden auch auf Vollsperrungen der Strecke einstellen müssen.

Quelle: RP
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