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Gastro-Tipp Düsseldorf
Neuer Japaner in Pempelfort

Düsseldorf. Das "Sumi" an der Schinkelstraße bietet Wohnzimmer-Atmosphäre und hervorragende japanische Küche. Schade, dass das Restaurant bislang nur abends geöffnet hat.

Abseits vom klassischen Nippon-Quartier rund um Immermann- und Klosterstraße hat eine der gemütlichsten japanischen Kneipen – auch Izakaya genannt (kommt von "i" wie sitzen und "sakaya" wie Sake-Geschäft) – vor ein paar Monaten in Pempelfort eröffnet. Das "Sumi" genau auf der Ecke Schirmer-/ Schinkelstraße ist ein Japaner der anderen Art. Kein unterkühltes Ambiente, sondern bequeme Polstersessel, urige Holztische, kleine Nischen, Wandleuchten und dreiarmige Stehlampen im 60er-Jahre-Stil warten auf die Gäste. Die dunkelgrün gestrichenen Wände wirken heimelig und unterstreichen die Wohnzimmer-Atmosphäre.

Man fühlt sich gleich wie zu Hause. Erst recht, wenn der reizende Service sich um einen kümmert. Was die Japaner als "Omotenashi", als Gastfreundschaft auf hohem Niveau, bezeichnen, kann man hier erleben. Da die Speisekarte auf so vieles neugierig und hungrig macht, ist es am besten, gleich diverse Vorspeisen und Frittiertes und Gerolltes wie Te-Maki oder Hose-Maki zu bestellen und mit seinen Mitessern zu teilen. Die Geschmacksknospen auf der Zunge blühen dann so richtig auf, und auch das Auge erlebt Sinnenfreuden. Denn jedes der Gerichte wird von den japanischen Köchen wunderbar auf bemaltem Geschirr oder Schieferplatten präsentiert.

Zur Knabber-Einstimmung gibt's den Klassiker Edamame – die frisch geernteten Sojabohnen, die allerdings ein wenig mehr Salz vertragen könnten. Heiß und köstlich sind die gefüllten Teigtaschen "Golden Gyoza", und so frisch wie jede der anderen Speisen. Das Sesamdressing verleiht dem Cashnewnuss-Salat mit reichlich Hühnerbrustfilet eine exotisch-milde Note. Vom Grill sollte zur Einstimmung der Hühnerfleischspieß probiert werden. Anders als gewohnt ist das Geflügel nicht in Mini-Häppchen aufgespießt, sondern kompakt am Stück und zart gewürzt.

Überhaupt: Alles, was vom Grill kommt, sieht verlockend aus. Da macht das "Sumi" seinem Namen alle Ehre, denn übersetzt bedeutet der Name asiatisch zweideutig sowohl "Holzkohle" als auch "abgelegen in der Ecke". Statt der am Nachbartisch servierten, herrlich aussehenden Tempura-Varianten aus frittiertem Fluss-Aal oder Gemüsen entscheiden wir uns ganz klassisch für Avocado-Maki und die tütenförmigen Handrolls. Die Qualität ist nicht nur 1a, sondern der schottische Lachs ummantelt von Reis und Salat ist dank wohldosierter Chilisoße angenehm scharf. Die Alaska Roll hält, was der Name verspricht: Eisig kalt muten die Inside-Out-Sushi an, denn die obenauf drapierten hauchdünnen Rettich-Streifen sehen wie Raureif aus. Aber ein Biss in die aus Wildlachs, Avocado, Gurken, geröstetem Sesam, Schneekrabbe und einem Hauch cremiger Mayonnaise bestehende Köstlichkeit, und schon wird einem warm ums Herz. Einfach lecker. Gleiches gilt für die Ocean Bay Roll, wo vor allem Jakobsmuscheln, Kaviar und Frühlingszwiebeln mit Emmentaler die Hauptrolle spielen.

Übrigens: Weil der Koch doch tatsächlich zwischendrin eines der Gerichte vergessen hatte, brachte der aufmerksame Kellner als "Trost" ein wärmendes Miso-Süppchen – das ist doch Gastfreundschaft pur. Schade, dass das "Sumi" nur abends geöffnet hat. Dagmar Haas-Pilwat

Quelle: RP
 
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