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Düsseldorf
Neuer Rahmenplan für den Handel

Düsseldorf: Neuer Rahmenplan für den Handel
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Düsseldorf. Auf mehr als 260 Seiten hat die Stadtverwaltung zusammen mit IHK und Einzelhandel niedergeschrieben, wie sich Düsseldorfs Einzelhandel entwickeln soll. Fachmärkte werden begrenzt. Die Nahversorgung soll gestärkt werden. Von Thorsten Breitkopf

Vor acht Jahren hat die Stadt Düsseldorf erstmals einen sogenannten Rahmenplan für den Einzelhandel vorgestellt. Zwar hatte es bereits Vorgänger gegeben, wie etwa ein Plan "Konzept räumliche Ordnung" im Jahr 1978 oder das Fachmarktkonzept aus dem Jahr 1995. Doch der Rahmenplan regelte erstmals umfassend, an welchen Stellen der Landeshauptstadt welche Art von Einzelhandel vorhanden sein soll, und vor allem, wo er nicht sein soll.

Doch das letzte Konzept ist inzwischen weitgehend überholt. Die Welt des Einzelhandels ist in einem radikalen Umbruch. Darüber diskutierten gestern Oberbürgermeister Thomas Geisel, Baudezernent, IHK-Geschäftsführer Ulrich Biedendorf und diverse Verbandsvertreter, Politiker und Händler im Foyer der Stadtsparkasse.

Es war die Auftaktveranstaltung einer Dialogreihe zur Stadtentwicklung. In den kommenden zwei Monaten werden die Auswirkungen des überarbeiteten Rahmenplans Einzelhandel in allen zehn Bezirksvertretungen vorgestellt. Die Veranstaltung stand unter der Überschrift "Wandel des Handels: Vom Marktplatz bis zum Internet". "Eine Überarbeitung des Rahmenplans ist notwendig, um die charakteristische Prägung der Stadtteile mit ihrer Nahversorgung zu erhalten und Shopping-Malls auf der grünen Wiese zu verhindern, die diese Strukturen gefährden würden", sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel zum Auftakt.

Parameter des Wandels im Handel sind vor allem der zunehmende Verkauf im Internet und die stetige Zunahme der Verkaufsfläche. Deutschlandweit ist die Gesamtzahl der Verkaufsfläche von etwa 100 Millionen Quadratmeter auf heute mehr als 122 Millionen Quadratmeter gestiegen. Den Trend bestätigt Ulrich Biedendorf auch für Düsseldorf. "Selbst die Discounter suchen heute deutlich größere Standorte mit bis zu 1400 Quadratmeter. Nicht wegen eines größeren Sortiments, sondern um mehr Raum für die Warenpräsentation und breitere Gänge zu haben", sagt Biedendorf. Auch die Nachfrage nach "wohnortfernen und auto-orientierten Standorten" etwa für Möbelhäuser habe laut Bonin in Düsseldorf deutlich zugenommen. "Bei den Möbelhäusern ist der Kampf noch lange nicht vorbei, und dieser Kampf wird barbarisch geführt", sagte Bonin.

Konkret sieht der überarbeitete Rahmenplan Einzelhandel 50 Zentren innerhalb Düsseldorfs vor. Neu in den Plan aufgenommen werden das Forum Oberkassel, das Forum Derendorf und der Bereich um die Erkrather Straße. Alle Zentren wurden anschließend nach ihrem Angebot an Einzelhandel in fünf Hierarchiestufen kategorisiert. Als A-Zentrum wird die Düsseldorfer Innenstadt bezeichnet (Stadtzentrum) mit einem allumfassenden Angebot, auch für internationale Kunden. Darunter kommen die Stadtbereichszentren mit einer Reichweite von etwa 50 000 bis 100 000 Kunden, darunter fallen etwa Bilk, Pempelfort oder Benrath. Danach folgen die "Großen Stadtteilzentren" mit viel Lebensmittelangebot und mehreren Non-Food-Segmenten (etwa Oberkassel oder die Benderstraße). Die "Kleinen Stadtteilzentren" erreichen rund 10 000 Kunden und bieten neben Nahversorgung noch Post, Bank und Frisör (etwa Aachener Platz.). Darunter folgen die reinen Nahversorgungszentren.

Quelle: RP
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