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Flughafen Düsseldorf
Neuer Wettbewerber soll Gepäckabfertigung beschleunigen

Flughafen: So werden die Koffer verladen
Flughafen: So werden die Koffer verladen FOTO: Bußkamp, Thomas
Düsseldorf. Das NRW-Verkehrsministerium hat jetzt einer dritten Firma die Lizenz erteilt, Gepäck am Düsseldorfer Flughafen abzufertigen. Dort hatte es in den vergangenen Monaten erhebliche Probleme gegeben. Von Thorsten Breitkopf

Am Flughafen wird bald eine weitere Firma mit der Abfertigung des Gepäcks beauftragt. Das Unternehmen Acciona Airport wird dritter Abfertiger am Düsseldorfer Airport. Vor einigen Jahren wurde die Abfertigung von Fluggepäck in Deutschland liberalisiert. Während früher nur die Flughafen Düsseldorf Ground Handling (FDGHG) alle Gepäckangelegenheiten abwickelte, wurden nach der Liberalisierung auch private Anbieter zugelassen. Heute ist am Flughafen Düsseldorf der Bodenverkehrsdienstleister Aviapartner mittlerweile im Auftrag von rund 90 Prozent aller Fluggesellschaften mit der Flugzeug- und Gepäckabfertigung betraut. Die FDGHG, eine 100-prozentige Tochter des Airports, zählt dementsprechend nur noch etwa zehn Prozent des Geschäfts zu ihrer Arbeit.

In der jüngsten Vergangenheit war es am Flughafen Düsseldorf zu massiven Beschwerden, zum Beispiel über lange Wartezeiten, gekommen. Oft mussten Passagiere über Stunden am Band auf ihre Koffer warten. Um preislich unter der FDGHG zu bleiben, setzte Aviapartner offenbar zu wenig Personal im Bereich des Gepäcks ankommender Fluggäste ein.

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Um den Wettbewerb in diesem Sektor wieder zu stärken und dadurch generell die Abfertigungsqualität am Standort zu verbessern, hatte sich der Airport dazu entschieden, eine dritte Abfertigungslizenz auszuschreiben. Über detaillierte Vorgaben soll hierbei die Qualität der Prozesse gesichert werden. Auch die zweite Lizenz, die heute von Aviapartner gehalten wird, musste aus zeitlichen Gründen neu ausgeschrieben werden. "Wir sind nun aktuell darüber informiert worden, dass das hierfür zuständige Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen diese Vergabe der zwei Lizenzen erneut an die bei uns bereits tätige Aviapartner sowie zusätzlich das spanische Unternehmen Acciona Airport Services S.A. vergeben wird. Acciona ist in Frankfurt, Palma und Berlin-Tegel tätig", sagte Flughafensprecher Christian Hinkel. Zum genauen Stand dieses Prozesses - zum Beispiel Klagefristen oder Startbeginn - könne der Airport derzeit nichts sagen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte berichtet, Acciona starte mit der Gepäckabfertigung am 1. April. Unklar ist, wie viele Arbeitsplätze Acciona schafft und wie viele bei den beiden Anderen verlorengehen.

In dem umkämpften Markt der Bodenverkehrsdienste sei es für die FDGHG unter den gegebenen Rahmenbedingungen (wie zum Beispiel der Personalkostenstruktur) nicht realisierbar, bei der Flugzeugabfertigung entsprechend Marktanteile zurückzugewinnen, sagte der Flughafensprecher. FDGHG-Mitarbeiter werden nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt. Um dennoch wettbewerbsfähig im Markt agieren zu können, hat sich die FDGHG seit ihrem Umbau auf einzelne Bodendienstleistungen spezialisiert, beispielsweise den Bus-Transfer und die Flugzeugenteisung. "In dem Geschäft der Flugzeugabfertigung versteht sich die FDGHG als Qualitätsanbieter", sagt Hinkel. Sie arbeitet noch unter anderem für die Fluggesellschaften Emirates, Etihad, Delta, Air China (Langstrecke), Tuifly, British, SunExpress und kleinere ausländische Airlines wie Aeroflot oder Aegeon.

Quelle: RP
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