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Pannenserie im Rheinbad
Neues 50-Meter-Becken in Düsseldorf rostet schon

Pannenserie im Rheinbad: Neues 50-Meter-Becken in Düsseldorf rostet schon
Roland Kettler, Chef der Bädergesellschaft, steht im neuen 50-Meter-Becken des Rheinbades. Seit Ferienbeginn ist das Wasser abgelassen. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Rund um ein neues Schwimmbecken im Düsseldorfer Rheinbad gibt es eine kuriose Kette von Komplikationen. Jüngste Panne: Die erst im April eröffnete Edelstahlanlage rostet. Jetzt muss das Bad mindestens bis Oktober geschlossen bleiben.  Von Uwe-Jens Ruhnau

Das neue 50-Meter-Becken im Düsseldorfer Norden entwickelt sich für die Bädergesellschaft zum ernsten Problemfall. Im April wurde das knapp 16 Millionen Euro teure Bad eröffnet. Schon dies hatte eine rund zweimonatige Verzögerung bedeutet. Denn das neue Becken war undicht gewesen und hatte nachgeschweißt werden müssen. Einige Wochen vor den Sommerferien ließ sich dann die Hubwand nicht mehr hochfahren. Für die Reparatur wurde das Bad in den Sommerferien gesperrt. Und noch weitere Komplikationen kamen hinzu. Bäderchef Roland Kettler geht nun davon aus, "dass wir das Becken in der zweiten Oktoberhälfte wiedereröffnen können".

Für die Kunden ist das eine große Enttäuschung. Denn vom neuen Schwimmleistungszentrum existiert nur ein Torso. Das neue 50-Meter-Becken ist gesperrt, das kleine Hallenbad - der ältere Teil des Bads - von 8 bis 14 Uhr für Schulen reserviert. Dafür steht das Freibad zur Verfügung, dessen Öffnungszeiten wegen der Zuschusskürzungen jedoch reduziert wurden.

Offiziell ist das neue Hallenbad noch nicht einmal abgenommen. Die beauftragte Firma aus Ostdeutschland bekam zu Ferienbeginn mehrere Mängel aufgelistet: Die Durchströmung des Beckens funktionierte nicht optimal, der Antrieb der Hubwand war defekt, auch war ihr Abstand zu den Bodenflächen teils zu groß, so dass sich ein zu großer Schlitz auftat. Die Zertifizierung durch den Deutschen Schwimmverband - es sollen Deutsche Meisterschaften in dem Bad stattfinden - scheiterte an zu weit übers Becken ragenden Startblöcken. Vermutlich kommt es zum juristischen Streit, da es einen Konflikt darüber gibt, ob die Probleme der Hubwand durch Sandeinträge ins Wasser verursacht wurden.

"Bundesweit einmaliger Fall"

Völlig kurios und für Kettler "ein bundesweit einmaliger Fall": Das Wasser wurde für die Arbeiten abgelassen. Auf dem Boden bildeten sich daraufhin Korrosionsstellen. Vereinfacht gesagt: Das neue Edelstahlbecken rostet schon. Die Bundesanstalt für Materialprüfung wurde eingeschaltet, sie gab Hinweise zur Beseitigung des Schadens. Jetzt müssen die Schwimmstreifen auf dem Boden entfernt, der Boden behandelt und die Streifen erneut aufgebracht werden.

Mit den Schwimmvereinen, die die Halle nutzen, wird nach Alternativen für ihr Training gesucht. Proteste gibt es aus der RP-Leserschaft über die Schließung auch des kleinen Hallenbades für die Schulen am Vormittag. "Das hatten wir auch nicht, als es das große Becken noch gar nicht gab", sagt Angela Schotes. Kettler entgegnet, man habe mehr Schulklassen unterbringen müssen, etwa aus Unterrath und von der Münstertherme.

Das Freibad im Rheinbad soll nicht wie Flingern und Lörick am Sonntag letzten Badetag haben, sondern zwei Wochen später schließen. Möglicherweise wird auch Benrath verlängert. Bislang kamen 235.000 Besucher in die Freibäder.

Quelle: RP
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