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Düsseldorf
Neues Leben für die Matthiaskirche

Düsseldorf. Seit August letzten Jahres werden keine Gottesdienste mehr in der evangelischen Matthiaskirche gefeiert. Jetzt hat sich ein Käufer für das Gebäude gefunden. Von Julia Brabeck

Nun ist es amtlich: Die Matthiaskirche in Lichtenbroich wird an die Evangelisch-Methodistische Kirche verkauft. Pfingsten sollen dort die ersten Gottesdienste gefeiert werden. "Dass es nun in der Matthiaskirche lebendig weitergeht, kirchliches Leben stattfindet, ist ein Geschenk und freut mich sehr", sagt Pfarrer Stefan Kläs von der Evangelischen Kirchengemeinde Unterrath. Schnell habe man sich mit der Methodistischen Kirche über den Kaufpreis und die weitere Nutzung einigen können. Vereinbart wurde, der für die Lichtenbroicher wohl wichtigste Punkt: dass das Zentrum Plus im Kirchengebäude bleiben kann und nun Mieter der benötigten Räume wird. "Wir können alle bisherigen Angebote aufrechterhalten, müssen nur die Verteilung der Räume etwas umstrukturieren, da ein Zimmer wegfällt", sagt Andrea Faust, Leiterin des Zentrums. Dieses besteht seit sieben Jahren und wird von rund 800 Besuchern im Monat genutzt.

Sinkende Zahlen bei den Gemeindemitgliedern und damit bei den Einnahmen machen den Verkauf des Kirchengebäudes notwendig. So gehen Prognosen davon aus, dass sich die Zahl der Gemeindemitglieder bis 2030 unter anderem durch den demografischen Wandel noch halbieren wird. Ab 2020 soll sich das Gemeindeleben der Kirchengemeinde deshalb auf einen Standort konzentrieren, um Kräfte und Ressourcen zu bündeln. Die Petruskirche Am Röttchen bleibt für Gottesdienste erhalten und in den nächsten Jahren wird auch die Paulskirche am Diezelweg geschlossen, aber das Gemeindehaus soll weiterhin genutzt werden.

Der neue Besitzer der vor 40 Jahren erbauten Matthiaskirche besteht aus drei Methodistischen Gemeinden - der ghanaischen, der internationalen und der deutschen Gemeinde - die sich bisher ein Gebäude an der Hohenzollernstraße teilen. Dieses reicht aber inzwischen nicht mehr aus, da besonders die ghanaische Gemeinde stark angewachsen ist. Sie muss deshalb für ihre Gottesdienste bereits in die Lukaskirche ausweichen. "Für ihre Gottesdienste brauchen sie besonders viel Platz, da manchmal mehr als 200 Personen daran teilnehmen und die Feiern wesentlich lebhafter als bei der internationalen oder deutschen Gemeinde ablaufen", sagt Pastor Van Jollie. Bis zu drei Stunden dauern solche Feiern, bei denen gesungen, getanzt, gemeinsam gebetet und diskutiert wird. Die Gottesdienste der Gemeinden sollen künftig sonntags um 11 Uhr parallel gefeiert werden. Dass dies reibungslos möglich ist, wurde bei einem Probetag im Herbst ausprobiert. "Das hat erstaunlich gut geklappt", sagt Jollie. Offiziell wird das neue Gemeindeleben Pfingsten starten, doch schon vorher wird die ghanaische Gemeinde in der Matthiaskirche weitere Gottesdienste feiern. Kleine Renovierungs- und Umbauarbeiten sind auch geplant. Unter anderem wird eine behindertengerechte Toilette eingebaut.

"Wir sind froh, dass dieses Projekt nun gut abgeschlossen ist, wir uns nun auf die weitere Entwicklung der Gemeinde Unterrath konzentrieren können", sagt Kläs. Im Mai wird das Presbyterium tagen, um weitere Schritte und den Zeitplan für das neue Konzept zu beraten.

Quelle: RP
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