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Düsseldorf
Nicht jeder kommt aufs Wunsch-Gymnasium

Das sagen die Düsseldorfer Parteien zur Schulpolitik
Das sagen die Düsseldorfer Parteien zur Schulpolitik
Düsseldorf. Einige Düsseldorfer Gymnasien haben ihre Aufnahmekapazität erhöht und eine zusätzliche Klasse eingerichtet. Trotzdem mussten auch für dieses Schuljahr wieder Dutzende Kinder abgewiesen werden. Von Sonja Schmitz

Die Auswahl der weiterführenden Schule ist für Eltern und Kinder ein bedeutsames Ereignis. Schließlich hängt von dieser Entscheidung der Verlauf der kommenden acht Jahre ab. Wer dann an seiner Wunschschule keinen Platz bekommt, muss sich nach Alternativen umschauen.

"Die Eltern können im Vorfeld entscheiden, ob sie sich selbst um einen anderen Platz bemühen wollen oder ob sie ein fertiges Angebot dafür akzeptieren", sagt Edith Reusrath, Schulleiterin am Max-Planck-Gymnasium. Auch diejenigen, die selbst eine neue Schule suchen, bekommen vom Max-Planck-Gymnasium eine Auflistung, wo es noch freie Kapazitäten gibt. Die Schule in Stockum hat ein großes Einzugsgebiet. Auch in diesem Jahr überstieg dort die Zahl der Anmeldungen mit 140 die 119 zur Verfügung stehenden Plätze. In den vergangenen zwei Jahren hatte das Gymnasium den Eingangsjahrgang jeweils um eine Klasse aufgestockt. Einen weiteren Ausbau ließe nun die beschränkte Zahl an Fachräumen nicht mehr zu, erklärt Reusrath.

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Auch am Humboldt-Gymnasium mussten in diesem Jahr wieder mehr als 20 Schüler abgewiesen werden. Für Schulleiter Volker Syring haben Geschwisterkinder Vorrang bei der Platzvergabe. Ansonsten bedient er sich des Losverfahrens. Dieses ist als eines von sieben Entscheidungskriterien im §1 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Sekundarstufe I aufgeführt.

Hohe Anmeldezahlen verzeichnen traditionell auch die konfessionellen Gymnasien. Deswegen bietet das Fliedner-Gymnasium der Evangelischen Kirche im Rheinland auch die Anmeldung vor den städtischen Schulen an. "Wir führen die Aufnahmegespräche im Januar nach den Halbjahreszeugnissen, damit die Eltern Klarheit haben und rechtzeitig städtische Angebote wahrnehmen können", sagt Schulleiter Michael Jacobs. Hauptkriterium für die Aufnahme dort sind die Kirchenzugehörigkeit der Eltern und das Grundschulzeugnis. Die Gymnasialempfehlung der Grundschullehrer hat am Fliedner-Gymnasium weiterhin einen sehr hohen Stellenwert. Auf die Bitte der Stadt hin, mehr Plätze zu schaffen, hat auch das Fliedner-Gymnasium eine zusätzliche Klasse eingerichtet.

Am Suitbertus-Gymnasium hat sich Schulleiterin Claudia Haupt gegen den Ausbau zum fünfzügigen Jahrgang entschieden. Ihr ist es wichtig, unter den Bedingungen von G8 die Übermittagsbetreuung und das freie Angebot von AGs weiterzuentwickeln und zu stärken. Trotz der katholischen Ausrichtung sagt die Schulleiterin: "Bei uns hat jeder eine Chance, wir laden zum persönlichen Gespräch ein." Geschwisterkinder werden vorrangig berücksichtigt. Evangelische Kinder werden ebenso berücksichtigt wie nicht- und anders-getaufte. Der Notendurchschnitt sei nicht allein entscheidend, sagt Haupt. Die Persönlichkeit und die Interessen des Kindes gehörten zu einem ganzheitlichen Eindruck unbedingt dazu.

Quelle: RP
 
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