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Serie Sportliches Düsseldorf
Nix spartanisch - Sparta Bilk hat renoviert

Serie Sportliches Düsseldorf: Nix spartanisch - Sparta Bilk hat renoviert
Zu den ersten auf dem neuen Rasen zählte die D-Jugend von Sparta, die gegen Oberbilk antrat. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Bei einem Turnier zeigte der Verein jetzt seine erneuerte Anlage. Vor allem auf den selbst angelegten Rasenplatz ist man stolz. Von Hans Onkelbach

Die Kicker der D-Jugend von Sparta Bilk haben gerade Wichtigeres im Kopf als die Szene, die sich da am Rand ihres Rasenplatzes auf dem Sportgelände an der Fährstraße abspielt: Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) ist gekommen, weil der Verein in monatelanger Eigenarbeit die Plätze im Herbst renoviert und neu angelegt hat, aus dem vorherigen Ascheplatz wurde nun einer mit echtem Rasen. Jemand hat nahe der Bande zwei schmale Pfosten in die Erde gerammt, gelb-schwarzes Band dazwischen geknüpft, und Präsident Christoph Andree drückt Geisel eine Schere in die Hand - schnipp-schnapp, die Rasenfläche ist jetzt auch offiziell offen. Insgesamt ist die Sportanlage schon etliche Jahrzehnte alt, war zeitweise in einem desolaten Zustand, aber derzeit sieht sie aus wie neu. Der Vorstand strahlt vor Stolz, Geisel fühlt sich sichtlich wohl - und 50 Meter weiter ertönt Jubelgebrüll, aber aus anderen Gründen: Die Kleinen, im schwarz-gelben Trikot des Clubs unterwegs, haben die letzten Minuten das Tor der Gegner aus Oberbilk mit Schüssen bombardiert und nun ist einer der Bälle drin - ein Bürgermeister-Tor, schreit einer. Geisel gefällt das, offensichtlich.

Leider liefert das Wetter an diesem Tag nicht die richtigen Pässe, ab und scheint zwar die Sonne, aber immer zieht ein mächtig kühler Wind über die riesige Fläche, Regen fällt. Doch die Spieler, die Gäste und die Eltern der Nachwuchs-Kicker machen dem Namen des Vereins Ehre - Sparta: Das steht für Härte, Kampfgeist, Kameradschaft. Von wasserscheu oder frieren ist da keine Rede.

Fußball, Faustball, Tischtennis und Gymnastik bietet man an. Dass ein solcher Club vor allem Familien anspricht, ist unübersehbar: Sechs- bis Zehnjährige spielen auf dem Platz, noch Kleinere wuseln am Rand herum, Väter rufen Kommentare und Ratschläge vom Rand des Spielfeldes, der Trainer mahnt, schreit, pfeift, schimpft, rät, lobt. Typisch für solche Stadtteilvereine, deren Motto oft lautet "Wir holen die Kinder von der Straße!" Das tun sie, unübersehbar.

Der Vorstand des Vereins: Ulrike Meyer, Christoph Andree, Michael Klause (vorne v. l.), Hartmut Ottensmann, Dirk Vobis und Ralf Dahmen (hinten v. li.) FOTO: Sparta

Und weil heute ein besonderer Tag ist, hat man für sich und die Gäste eine besonders üppige Versorgung organisiert. Ein Bierstand ist da, der unvermeidliche Verkauf von Wertmarken wird gleich nebenan organisiert, und in einem Camping-Pavillon sitzt ein halbes Dutzend frierender Mütter und verkauft Selbstgemachtes: Nudelsalat, Salat mit Oliven und Ziegenkäse, Gugelhupf, Obstkuchen - einiges ist schon angebrochen, anderes nicht. Ebenfalls offenbar unvermeidlich: ein großes Tablett mit belegten Brötchen. Obwohl das Thermometer knapp unter zehn Grad stehengeblieben ist, wirft die darauf liegende Salami schon leichte Wellen - fraglich, ob die heute noch weggeht.

Zum Foto mit dem Rathaus-Chef drängelt sich natürlich der komplette Vorstand, Geisel hat sich offenbar vorbereitet: Den leisen Vorwurf an sein Sportamt (Spartaner haben keine Angst vor großen Tieren!), sich zu wenig zu kümmern, kontert er geschickt: Es sei doch Dieses und Jenes geflossen, und bald stehe weitere Hilfe auf dem Plan. Da nickt der Vereins-Chef, das stimmt. Als sich dann die gerade siegreich vom Platz gegangene Mannschaft fürs Bild mit dem Sozialdemokraten aufstellt, lässt der sich gerne mitten in den Reihen der Mini-Kicker drapieren - elf Freunde, ohne Zweifel, und nur zwei von ihnen sind blond. Die Hautfarbe changiert von sehr dunkel bis sehr hell, einer hat seine Afro-Krause oben mit einem blonden Häubchen verziert - ganz klar: Da eifert jemand dem FC-Bayern-Star Kingsley Coman nach. Geisel zu der Multikulti-Truppe: "Nix ist besser für die Integration als ein Mannschaftssport!"

Die sichtbare Leistung nötigt ihm Respekt ab: Das Vereinsheim ist frisch gestrichen in fröhlichen Farben, der Kunstrasenplatz gesäubert. Aber das Prachtstück ist das Spielfeld mit echtem, kurz geschorenem Gras. Das hat der Sparta-Präsident, von Beruf Gartenbauer, selbst angelegt, und es ist der ganze Stolz der Spartaner.

Quelle: RP
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