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Düsseldorf
Nokia-Mitarbeiter kämpfen um ihre Jobs

Düsseldorf. Lautstark haben gestern Mitarbeiter des Netzwerklieferanten Nokia gegen den Wegfall von 140 Arbeitsplätzen am Standort Heltorfer Straße protestiert. Zeitgleich gab es auch in anderen Städten Protestaktionen von Nokia-Mitarbeitern. "Nokia soll endlich soziale Verantwortung übernehmen", sagt Ulrike Saaber von der IG Metall.

Geplant ist in Düsseldorf der Abbau von 140 Stellen. Die restlichen 220 Mitarbeiter des Service-Bereiches sollen an die Hansaallee ziehen und der Standort in Lichtenbroich vollständig geschlossen werden. "Noch bin ich nicht betroffen, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch mein Arbeitsbereich an einen Billiganbieter verkauft wird", sagt Dirk Schramm. Betriebsratsvorsitzender Ulf Schmölders bemängelt, dass es beim Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze keine Unterstützung durch die Stadt geben würde. "Schon die letzten Jahre waren geprägt von Angst um unsere Stellen." Zumal der Altersdurchschnitt der betroffenen Beschäftigten mit rund 49 Jahren relativ hoch ist.

"Nokia war ein extrem guter Arbeitgeber. Mir ist klar, dass ich keine neue Stelle mit so guten Bedingungen und entsprechender Bezahlung finden werde", sagt Kathrin Ferdinand. Die 42-Jährige war 19 Jahre bei Nokia beschäftigt, zuletzt in der Personalabrechnung. Sie sucht bereits seit einem Monat einen neue Teilzeitstelle. "Obwohl wir alle sehr gut qualifiziert sind, etwa fließend Englisch sprechen, ist die Resonanz sehr schwach." Saaber kündigt an, die Proteste fortzusetzen und für jeden Arbeitsplatz kämpfen zu wollen. "Das wird aber schwierig, denn zuletzt ist Nokia selten bereit gewesen, von verkündeten Zahlen abzurücken."

Auch an anderer Stelle in Düsseldorf hat sich gestern die IG Metall für Arbeitnehmer stark gemacht. So fand vor dem Werkstor von Terex MHPS ein Kundgebung statt, denn die Gewerkschaft will bei den Tarifverhandlungen eine Lohnerhöhung von fünf Prozent erreichen.

(brab)
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