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Flug von Düsseldorf nach Kos
Loch in Tragfläche zwingt Flugzeug zur Notlandung

Düsseldorf. Diese Aussicht hätten sich die Passagiere des Air-Berlin-Flugs 3156 gerne erspart. Kurz nach dem Abflug am Samstagmittag in Düsseldorf entdeckten Fluggäste beim Blick aus dem Fenster ein Loch in einer der Airbus-Tragflächen. Von Klas Libuda

Ein am Düsseldorfer Flughafen gestartetes Flugzeug musste wegen eines Lochs in der Tragfläche in München unplanmäßig landen. Der Vorfall ereignete sich bereits am vergangenen Samstag, wie nun bekannt wurde. Beim Start der Maschine hatten laut Air Berlin Teile eines Reifens den rechten Flügel des Flugzeugs durchschlagen. Die Maschine hatte 178 Menschen an Bord. Verletzt wurde laut Air Berlin niemand.

Um 11.45 Uhr war der Airbus A 321 in Düsseldorf abgeflogen, gut drei Stunden später sollte das Flugzeug eigentlich seinen Zielflughafen auf der griechischen Ferieninsel erreichen. 171 Passagiere und sieben Crew-Mitglieder waren an Bord, als sich während des Startvorgangs Reifenteile lösten und den Flügel der Maschine trafen. "Teile des Profils haben sich gelöst", sagte Air-Berlin-Sprecher Tobias Spaeing. Mit voller Wucht durchbohrten die Gummifetzen den Flügel, und schlugen in einem Hohlraum ein. Tank und Hydraulik, die ebenfalls in der Tragfläche untergebracht sind, blieben unbeschädigt.

Das ist der Düsseldorfer Flughafen bei Nacht FOTO: Bretz, Andreas

Bei einer routinemäßigen Kontrolle hatten um kurz nach zwölf Uhr am Samstagmittag Mitarbeiter des Düsseldorfer Flughafens auf der Südpiste des Airports die Reifenteile entdeckt und daraufhin die Flugsicherung informiert, berichtete ein Sprecher des Flughafens. Während für kurze Zeit die südliche Start- und Landebahn gesperrt werden musste, sei in aller Eile ermittelt worden, dass die zunächst unidentifizierbaren Teile zu der von Air Berlin eingesetzten Maschine gehören mussten. Daraufhin seien die Piloten von Flug 3156 informiert worden, die den Flughafen München zur "Sicherheitslandung" ansteuerten, wie es von der Fluggesellschaft Air Berlin hieß.

Im Flieger selbst hatten derweil auch die Passagiere und das Flugpersonal das Loch entdeckt. Es war aus den Fenstern der Passagierkabine deutlich zu sehen. "Der Einschlag hat zudem ein hörbares Geräusch verursacht", sagte Air-Berlin-Sprecher Spaeing.

Park-Roboter Ray am Düsseldorfer Flughafen FOTO: dpa, fg jhe

Trotz des Schadens sei das Flugzeug voll manövrierfähig geblieben. "Das Loch in der Tragfläche hat nicht dazu geführt, dass die Maschine fluguntauglich wurde", sagte Spaeing. Die Landung in München sei ohne Probleme verlaufen. "Es gab keine Panik und keine Zwischenfälle", sagte Spaeing. Alle sei wie bei einer gewöhnlichen Landung vonstattengegangen. Nach dem unplanmäßigen Stopp in Bayern konnten die Passagiere ihre Reise nach Griechenland mit einer Ersatzmaschine fortsetzen.

Warum sich die Reifenteile lösen und das Flugzeug beschädigen konnten, ist bislang ungeklärt. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig und die Technik-Abteilung von Air Berlin sind zurzeit noch mit der Ursachenforschung beschäftigt.

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