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Serie Macher Vom Rhein
Oberflächenschutz für Weltall-Raketen

Serie Macher Vom Rhein: Oberflächenschutz für Weltall-Raketen
Dominik Fischel liefert mit seiner Firma Nanoprotect Oberflächenbeschichtungen für verschiedenste Materialien. In vielen Bereichen ist das Unternehmen internationaler Marktführer. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Vor fast 15 Jahren gründete Quereinsteiger Dominik Fischel sein Unternehmen für Oberflächenbeschichtungen. Mittlerweile verkauft er seine Produkte auf allen fünf Kontinenten. Von Robin Hetzel

Ob Korrosionsschutz für Nasa-Raketen, Rettungsboote von Kreuzfahrtschiffen oder gewöhnliche Gartenmöbel: Mit seinem Düsseldorfer Unternehmen Nanoprotect produziert Dominik Fischel nanotechnologische Beschichtungen für unterschiedlichste Oberflächen.

"Ich bin ein absoluter Quereinsteiger", sagt Fischel, der viele Jahre die Kopierer-Firma seines Vaters leitete. Erst 2003 schaute er eine Doku über die Nutzung von neuen Materialen zum Schutz von Oberflächen. Fischel begann mit seinem Vater und einem Freund - alle drei große Marine-Fans - zu experimentieren. "Die ersten zwei Jahre habe ich keinen einzigen Liter verkauft", sagt Fischel lachend.

Erst 2005 ging die erste Produktlinie zur Beschichtung von Booten an den Start. "Ein Bombenerfolg, mit dem ich nie gerechnet hätte", gibt Fischel zu. Unter den Bootsbesitzern, an die er seine Produkte zu Beginn verkaufte, seien viele Unternehmer gewesen, die begeistert waren und Fischel so den Weg in die Industrie ebneten. Die Kopierer-Firma verkaufte er und konzentrierte sich vollends auf die Nanotechnologie, bei der die Lacke winzige Poren der Oberflächen chemisch schließen, wodurch ein flächendeckender Schutz vor Witterung entsteht, der zudem auch umweltfreundlich ist.

Mittlerweile ist Fischel in vielen Bereichen der Oberflächenbeschichtung internationaler Marktführer und produziert unter anderem für 3000 Baumarkt-Filialen in den USA Lacke. In der Firmenzentrale in Lohausen, einem umgebauten Einfamilienhaus, arbeitet Fischel trotz der vielen Aufträge nur mit fünf festen Mitarbeitern. "Mir ist ein vertrauensvolles Verhältnis sehr wichtig", sagt Fischel, der auch seine Privatkunden sehr schätzt. "Die Leute kommen oftmals mit alltäglichen Problemen zu uns. Dann erklären wir ihnen, wie sich die jeweilige Oberfläche schützen lässt. Das macht riesig Spaß", so der Geschäftsführer des Unternehmens.

Den bisher spannendsten Auftrag bekam Fischel jedoch von der Raumfahrtbehörde. "Die Nasa war seit Jahren auf der Suche nach Beschichtungen für ihre Raketen, die einer starken Korrosion ausgesetzt sind", sagt Fischel. Aus den USA bekam er kleine Blechstücke zugeschickt, die er beschichtete und zurückschickte. "Die ersten zwei Tests gingen brutal in die Hose", sagt Fischel. Erst als ihm die Nasa-Ingenieure die Zusammensetzung des verwendeten Aluminiums verrieten, gelang der Schutz. Seitdem fliegt die Nasa mit dem Oberflächenschutz des Düsseldorfer Unternehmens ins All.

Mit seinem Unternehmen ist Fischel auf vielen verschiedenen Märkten aktiv. Nicht nur in der Luft schätzt man seine Beschichtungen, auch als Graffitischutz bei Güterzügen, zum Schutz von Hausfassaden oder Gartenmöbeln sind die Produkte gefragt. Fischels neuestes Projekt: Für Segelwettbewerbe hat er eine Segeltuchbeschichtung entwickelt, die wasserabweisend und winddurchlässig ist. Die Segler würden so enorm an Gewicht sparen und seien schneller. Fischel: "Eine Hommage an die alten Zeiten, denn so ähnlich fing alles an."

Quelle: RP
 
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