| 16.22 Uhr
Saisonstart in der Classic Remise
Oldtimer treffen auf Haartollen
Classic Remise startet in die Oldtimer-Saison
Classic Remise startet in die Oldtimer-Saison FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Der Saisonauftakt lockte am Wochenende Tausende Besucher zur Classic Remise. Die hochglanzpolierten Automobile ließen Männerherzen höher schlagen. Dazu gab es handgerollte Zigarren, Grammophone oder Frisuren aus den 50er Jahren. Von Georg Amend

Stephan Blödgen kommt auf Tuchfühlung mit einigen der schönsten Autos. Denn Blödgen poliert die Ausstellungsstücke im Inneren der Classic Remise, das Streicheln mit Wischmopp, Feudel und Lappen schafft nahezu eine Intimität. „Es ist ein guter Nebenjob“, sagt Blödgen, der seit der Eröffnung 2006 einmal pro Woche die Oldtimer glänzen lässt. Fahren kann er sie allerdings nicht: „Ich habe keinen Führerschein“, erklärt Blödgen, der aber ergänzt: „Das macht nichts. Ich tue das aus Leidenschaft.“

Diese teilt Blödgen an diesem Wochenende mit Tausenden Besuchern an der Harffstraße. Zum Beispiel mit Manfred Möller, Günter Glasmacher und Norbert Göbbers. Das Trio aus Neuss ist mit riesigen Fotoapparaten angerückt, mit denen es die zahlreichen Oldtimer ablichtet. Frauen haben die Drei nicht mitgebracht. „Meine ist arbeiten. Irgendwer muss ja das Geld für diese Kameras verdienen“, scherzt Möller.

Die Düsseldorfer Band „Bodenwelle“ kann diese Geräuschkulisse nur manchmal übertönen. Auf dem Parkplatz vor der Ausstellungshalle herrscht ein reges An- und Abfahren der hochglanzpolierten Oldtimer, zu denen auch Motorräder oder Traktoren älteren Semesters gehören.

Im Inneren der Classic Remise gibt es ein buntes Sammelsurium: Eine Kubanerin rollt Zigarren von Hand, aus der Grammophon-Verkaufsausstellung plärrt Musik, Künstler vereinen Kunst und Automobil, ein Geschäft bietet Lederjacken, Hüte und Sonnenbrillen an.

Einen Raum weiter steht ein Mann auf weiß-schwarzen Plateauschuhen, in blauer Jeans und schwarzem Hemd mit Hosenträgern. Seine Haartolle sowie der sauber ausrasierte Kinn- und Backenbart weisen auf seine Profession hin: André Lichtenscheidt ist Frisör – nicht irgendeiner, sondern „A.L. Barber“, der mit „Cut&Roll – The 50’s Barbershop“ auf Roadtour ist und so unter anderem den Besuchern der Classic Remise Haartollen verpasst. Dazu arbeitet der 28-Jährige die Inhalte von Tiegeln und Töpfen aus dem Kofferraum eines türkisfarbenen Ford Mustang in die Haare seiner Kunden ein und versetzt sie so in eine vergangene Epoche – passend zu den polierten Oldtimern.

Quelle: jco
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