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Kolumne Die Woche Im Rathaus
Olympische Spiele wären eine Chance für NRW

Kolumne Die Woche Im Rathaus: Olympische Spiele wären eine Chance für NRW
Der 12. April 2003 war der Tag der Entscheidung über die Bewerbung Düsseldorfs und der Rhein-Ruhr-Region für Olympia 2012. Der Zuschlag blieb aus. FOTO: Krebs, Andreas
Meinung | Düsseldorf. In Düsseldorf und Nordrhein-Westfalen wird über eine erneute Bewerbung für Olympische Sommerspiele nachgedacht. Von Uwe-Jens Ruhnau

Jubilierend springt kaum jemand aus dem Sessel, wenn es um die Frage geht, ob NRW einen Anlauf nehmen soll für Olympische Spiele an Rhein und Ruhr im Jahr 2028. Nur zu gut ist in Erinnerung, welch ein Kraftakt die Bewerbung vor 15 Jahren war. Wer sie aber erlebt hat, wird auch sagen, dass sie viel Begeisterung freigesetzt hat und politisch überraschend war. Die Menschen kamen zu Tausenden zu den entscheidenden Veranstaltungen, und nachdem es aus Köln zu Beginn Sperrfeuer gegeben hatte, weil man sich kaum vorstellen konnte, hinter Düsseldorf zu marschieren, war der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma dann sogar Gastgeber auf der Kö. Städte, deren Verhältnis sonst von Eifersüchteleien geprägt ist, und die Landesregierung fanden einen gemeinsamen Modus.

Olympische Spiele muss man nicht wollen, man kann sie für Gigantomanie halten. Geldverbrennung, Doping, fehlende Nachhaltigkeit sind die Schlagwörter. Auf der anderen Seite hat gerade die Düsseldorfer Bewerbung die großen Chancen für die Metropolregion Rhein-Ruhr gezeigt. Die meisten Sportstätten sind schon da, es müssen nicht wie für die völlig wahnwitzige Fußball-Weltmeisterschaft in Qatar Stadien in die Wüste gesetzt werden. Es würde jedoch die sportliche wie die verkehrliche Infrastruktur modernisiert und ergänzt - mit viel Geld, das großteils von Bund und Land in die Region gepumpt würde.

Dennoch braucht es reichlich Mut und Gestaltungswillen, diese Chance nicht nur zu sehen, sondern auch zu ergreifen. Wenn man das hochverschuldete und beim Wirtschaftswachstum bemitleidenswert schwache NRW betrachtet, kann einem das Vertrauen in die politische Klasse in diesem Punkt verloren gehen. Viele meinen, Städte und Landesregierung sollten erst einmal ihre Hausaufgaben von der Entschuldung bis zum Kita-Bau machen, bevor man zum olympischen Höhlenflug ansetzt.

Man kann aber auch das eine tun und das andere nicht lassen. Die Rhein-Ruhr-Schiene entlang des RRX muss sich, wie es schon heute oft in der internationalen Wirtschaftsförderung geschieht, endlich als Ballungsraum verstehen, der es mit den Metropolen der Welt aufnehmen kann.

Oberbürgermeister Thomas Geisel hat einen vernünftigen Vorschlag gemacht. Erstmal abwarten, wie Tischtennis-WM und der Grand Départ für die Tour de France im nächsten Jahr laufen. Dann schauen, ob es ein breiteres Interesse an einer nochmaligen Bewerbung gibt und wie sich das Internationale Olympische Komitee weiterentwickelt. Stimmen die Parameter, sollten Köln und Düsseldorf das Heft in die Hand nehmen. Wer die Nummer eins ist, ist dabei sekundär. Mal schauen, wer sich traut.

Quelle: RP
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