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Bluttat in Orlando
BKA prüft Verbindung nach Deutschland

Orlando-Attentat: BKA prüft Omar-Mateen-Kontoverbindung nach Deutschland
Seddique Mateen nannte in einem Youtube-Video (Screenshot) ein Spendenkonto bei der Düsseldorfer Stadtsparkasse. FOTO: Screenshot Youtube
Exklusiv | Düsseldorf. Im Zusammenhang mit dem Attentat in dem Nachtclub "Pulse" in Orlando steht das Bundeskriminalamt in Kontakt mit den US-Behörden. Von Stefani Geilhausen

Der Vater des bei einem Schusswechsel mit der Polizei getöteten Omar Mateen  hat vor einigen Jahren um Spenden auf ein Konto bei der Düsseldorfer  Stadtsparkasse geworben. Seddique Mateen, der aus Afghanistan in die USA  einwanderte und sich dort politisch für sein Heimatland engagiert, moderiert dort  nach Informationen der Washington Post eine lokale Fernsehsendung. In der "Durand Jirga"-Show kündigte er vor einem Jahr seine Kandidatur für die afghanischen Präsidentschaftswahlen an. Und dort gab er zumindest 2013 die Düsseldorfer Bankverbindung an. Ein weiteres Konto unterhielt er demnach bei einem der größten Geldinstitute der Welt, der amerikanischen Wells  Fargo.

In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt prüfen derzeit Finanz- und Staatsschutzermittler der Polizei Geldbewegungen des Stadtsparkassen-Kontos. Damit dürften sie schnell zu Ende kommen, denn nach Informationen unserer Redaktion sind auf das 2013 eröffnete und ein Jahr später wieder aufgelöste Konto nur zwei Zahlungen in Höhe von 100 und 70 Euro eingegangen. Ein Sprecher der Sparkasse erklärte, das Konto sei nicht auf den Namen Mateen oder den des Fernsehsenders eingerichtet worden, sondern habe einem Hildener Hilfsverein gehört. Der Verein soll bisher nie im Zusammenhang mit bedenklichen politischen oder finanziellen Aktivitäten aufgefallen sein, heißt es aus Ermittlerkreisen. 

Ob der Vater des Attentäters, der in einem seiner Videos die Taliban als "Kriegsbrüder" bezeichnet, mit diesem Verein in Kontakt stehe, sei derzeit Gegenstand der Ermittlungen, heißt es aus der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft.  Die Ermittler schließen offenbar nicht aus, dass die Kontonummern von dem Fernsehsender ohne Wissen des Moderators eingeblendet worden sein könnten.

Omar Mateen hatte in der Nacht zum Sonntag in der Homosexuellenbar "Pulse" in Orlando (Florida) 49 Menschen getötet. In einem Schusswechsel mit den Sicherheitskräften wurde der 29-Jährige erschossen. 53 Menschen wurden verletzt, sechs schweben noch in Lebensgefahr. Ermittlungen der US-Behörden belegten in der Folge, dass Mateen Beziehungen zum Islamischen Staat (IS) unterhalten hat. Zudem wurde im Zuge der Untersuchungen bekannt, dass der Täter regelmäßiger Besucher der Bar war.

Alle Fakten und Hintergründe zu der Bluttat finden Sie hier.

 

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