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Düsseldorf
Outokumpu feiert in Krefeld bald Richtfest

Düsseldorf: Outokumpu feiert in Krefeld bald Richtfest
Auf dem Outokumpu-Nirosta-Firmengelände in Krefeld sind die Bauarbeiten fürs 108 Millionen Euro schwere Nifo-Projekt in vollem Gange. Ende Januar feiern die Verantwortlichen das Richtfest. FOTO: thomas Lammertz
Düsseldorf. Der Stahlkonzern investiert 108 Millionen Euro. Wenn das Werk 2017 in Betrieb geht, wird das in Benrath geschlossen. Von Norbert Stirken

Für den Industriestandort Krefeld ist es eines der wichtigsten Ereignisse des neuen Jahres: Ende Januar feiert Outokumpu Nirosta als weltweiter Markt- und Technologieführer in der Herstellung von Edelstahl und Sonderwerkstoffen Richtfest auf dem Firmengelände an der Oberschlesienstraße. Zur Stärkung des Produktionsstandortes hat Outokumpu seine Fertigungskapazitäten ausgebaut. Mit einem Gesamtvolumen von 108 Millionen Euro fließt die größte Einzelinvestition des Unternehmens in Deutschland sowie der Outokumpu Gruppe in Europa nach Krefeld.

Den Neubau der Halle für die Haubenglühanlage wird vom Vorstandsvorsitzenden der Outokumpu Nirosta GmbH, Oliver Picht, im Beisein des Landesministers für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk, Garrelt Duin, auch als Signal an die Belegschaft herausgestellt.

2017 sollen die Arbeiten am Standort Krefeld abgeschlossen sein. Dann wird das Werk in Benrath geschlossen und die Produktion samt Mitarbeitern nach Krefeld in einen hochmodernen Betriebszweig verlagert. Dann dürften erneut Minister und die Outokumpu-Vorstandsriege den Weg an die Oberschlesienstraße finden, um die Investition zu feiern.

Arbeitnehmer im Schulterschluss mit Betriebsrat und Gewerkschaft hatten in der Krise hart darum kämpfen müssen, damit sich Outokumpu beispielsweise nach der Schließung des Stahlwerks in Bochum und der Flüssigphase in Krefeld zu zukunftsweisenden Investitionen bereiterklärte. Über die Höhe bestand lange Uneinigkeit. Die Arbeitnehmerschaft ging ursprünglich von einem Betrag oberhalb von 200 Millionen Euro aus.

Mit dem Richtfest wird ein markantes Signal zur Verwirklichung des so genannten Nifo-Projekts (Nirosta-Ferrit-Optimierung) gesetzt. Neben dem Neubau für die Verlagerung der Haubenglühanlage plant der Stahlkonzern Neubauten einer Beizlinie und der Blankglühlinie. Ferner werden auch die Walzgerüste ertüchtigt und auf die speziellen Anforderungen der Ferrit-Produktion angepasst. Der Laie weiß mit den Begriffen kaum etwas anzufangen. Durch Kaltumformung (Ziehen, Walzen, Pressen, Stauchen) wird das Gefüge von Metallen in der Verformungsrichtung gestreckt, die Festigkeit steigt an. Die Verformbarkeit nimmt jedoch ab. Damit das Metall trotzdem bearbeitet werden kann, wird es zum Beispiel in der Beize mit Salz- und Schwefelsäure behandelt. In der Blankglühlinie hingegen entfällt die Notwendigkeit des Beizens und das damit verbundene Aufrauen der Oberfläche. Das Blankglühen erfolgt in einem Durchlaufofen. Auch eine Haube dient dazu, das Metall wieder zu erwärmen. Dabei können mehrere Coils (aufgerollte Bleche) aufeinandergestapelt gleichzeitig wärmebehandelt werden.

Vorstandsvorsitzender Oliver Picht erklärte bei seinem Amtsantritt, dass die Investitionen in Krefeld grob aufgeteilt zu einem Fünftel in neue Gebäude, zu einem weiteren Fünftel in die Infrastruktur und die restlichen drei Fünftel ins Equipment fließen. Die Stahlbranche befindet sich im harten und teilweise ruinösen Wettbewerb mit der Konkurrenz aus China. Die Asiaten werfen Überkapazitäten zu Dumpingpreisen auf den Weltmark. Billigimporte aus China überschwemmen den europäischen Markt, erklärte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, im Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt.

Outokumpu Nirosta in Krefeld ist ein Veredlungsbetrieb. Der Rohstahl kommt von den Outokumpuwerken in Finnland. Nirosta ist eine Qualitätsmarke, die seit Jahrzehnten den besten Ruf genießt. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, arbeitet ein Team von Forschern und Ingenieuren an Verbesserungen und Innovationen. Dabei geht es unter anderem um Spezialstahl, den sein geringes Gewicht und seine besondere Fähigkeit auszeichnen, Energie zu absorbieren. Darüber hinaus lässt er sich zum Beispiel in der Automobilindustrie auch noch energiesparender verarbeiten.

Quelle: RP
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