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Düsseldorf
Paar soll Luxus mit falschen Rechnungen bezahlt haben

Düsseldorf. Auf den Namen seines Vaters (84) sollen ein Polizist (47) und seine Frau (37) über den Tod des Rentners hinaus fast 70.000 Euro erschwindelt und so ihren luxuriösen Lebensstil finanziert haben. Mit dieser Anklage gegen das Paar befasst sich jetzt das Amtsgericht.

Durch erfundene Klinikrechnungen haben die Eheleute für den betagten Senior angeblich unberechtigte Beihilfezahlungen beim Landesamt für Besoldung beantragt und erhalten. Zwei der sechs Taten datiert die Anklage aber auf einen Zeitraum, als der Vater schon tot war.

Kredite abzulösen und sich nebenbei noch eine Ägypten-Reise für 5000 Euro zu leisten - das war für das Paar im ersten Halbjahr 2010 kein Problem. Den Trick dabei glaubt der Staatsanwalt jetzt entdeckt zu haben. Für den betagten Vater des Polizisten, der einst auch Polizeibeamter war und Arzt- und Klinikkosten deshalb über die Beihilfe des Versorgungsamts anteilig abrechnen konnte, sollen der Sohn und dessen Frau mindestens sechs erfundene, jedenfalls gefälschte Rechnungen eingereicht haben. Und zwar just von einer Klinik, in der die angeklagte Polizistengattin als Krankenschwester tätig war. Bei vier Anträgen soll es geklappt haben.

Insgesamt fast 70.000 Euro wurden auf das Konto des betagten Vaters überwiesen, für das der Sohn eine Vollmacht besaß. Und fast alle diese Beträge seien vom Vater-Konto direkt abgehoben und über das Sohn-Konto zur eigenen Schuldentilgung oder für den aufwendigen Lebensstil des Paares verwendet worden. Als das Landesamt aber noch Beihilfeanträge des Vaters erhielt, als er bereits tot war, fiel der Schwindel auf. Die Krankenschwester soll inzwischen gestanden haben, sie habe die Rechnungen im Alleingang gefälscht und eingereicht, ohne dass ihr Mann davon wusste.

Doch dem misstraut der Staatsanwalt und sieht sich durch Schriftgutachten des Landeskriminalamts bestätigt. Demnach könne die Frau mit hoher Wahrscheinlichkeit als Ausfüllerin der Beihilfe-Anträge ausgeschlossen werden. Ihr mitangeklagter Gatte bestreitet alle Vorwürfe. Er will nicht mal die hohen Beträge bemerkt haben, die auf sein Konto überwiesen wurden. Doch statt diese Gelder, wie eigentlich üblich, an Ärzte oder Kliniken weiter zu leiten, habe der Polizist die Summen direkt für sich und seine Frau verwendet. Das macht ihn für die Staatsanwaltschaft zumindest als Mitwisser verdächtig. Der Prozess soll am 22.Juni beginnen.

(wuk)
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