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Flughafen Düsseldorf
Parkfirmen entern die Rennbahn

Flughafen Düsseldorf: Parkfirmen entern die Rennbahn
Die Autos, die nahe der Rennbahn abgestellt werden, haben Kennzeichen aus dem gesamten Bundesgebiet. FOTO: UJR
Düsseldorf. Statt im Parkhaus wird das Auto irgendwo auf einem Parkplatz abgestellt: Mit der Masche haben Firmen am Flughafen bereits viel Geld verdient. Jetzt werden Stellflächen auf dem Grafenberg so genutzt. Die Stadt will eingreifen. Von Uwe-Jens Ruhnau

Es ist noch vor sieben Uhr morgens, Jogger und Spaziergänger sind an der Rennbahn kaum auszumachen. Auf den drei Parkplätzen, die von Erholungsuchenden angesteuert werden, stehen aber bereits reichlich Autos - aus Wuppertal, Dortmund oder auch Stuttgart. VW, Mercedes, BMW, alles dabei. Einige Fahrzeuge sind vom Parken unter den Bäumen bereits kräftig verschmutzt. Sie sind offensichtlich für eine längere Weile dort abgestellt worden. "Natürlich drängt sich der Verdacht auf, dass es sich wieder um Autos von Flugreisenden handelt", bestätigt Michael Zimmermann, der Leiter des Ordnungsamtes.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind auf das Problem bereits aufmerksam gemacht worden. Die Polizei meldet bislang allerdings keine Anzeigen. Klar ist: Das Abstellen der Autos auf diese Weise kann zivil- wie auch strafrechtlich relevant sein. Deswegen sind Mitarbeiter der Parkmafia auch bereits vor Gericht gelandet und abgeurteilt worden.

"Man sollte genau in den Vertrag schauen, um zu wissen, was vereinbart werden soll", rät Polizeisprecherin Susanna Heusgen. Die Checkfragen liefert sie gleich mit: Ist die sichere Unterbringung im bewachten Parkhaus Gegenstand des Vertrages, oder darf im Fall, dass diese Kapazitäten erschöpft sind, auch auf externe Flächen ausgewichen werden? Sind Tachostände nachvollziehbar oder gar manipuliert, hat das Auto Beulen? Positive Antworten auf diese Fragen haben schon zu Betrugsanzeigen und Schadenersatzforderungen geführt.

Auch für die Stadtverwaltung ist der Fall kniffelig. Sind die Flächen an der Rennbahn allgemein als Parkplätze ausgewiesen, ist das Abstellen der Autos zunächst einmal nicht illegal. Deswegen werden jetzt alle Parkplätze rund um die Rennbahn unter die Lupe genommen. Dann wird entschieden, wo bei der Beschilderung nachjustiert werden muss. Nur wenn die Parkflächen einem Zweck gewidmet sind oder die Parkzeit eingeschränkt wird, kann ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung vorliegen. Auch ein Parkautomat kann helfen, so wie man ihn auf dem Parkplatz des Freibades in Lörick aufgestellt hat.

Fotos: Ärger über Park-Service in der Region FOTO: Andreas Bretz

Der Flughafen kann gegen die schwarzen Schafe unter den Parkfirmen nicht vorgehen, weil er auf die Vertragsverhältnisse von Flugreisenden mit Privatfirmen keinen Einfluss hat. Was ihm aber möglich ist: den Firmen Konkurrenz zu machen. Dazu wurde mit der Firma Sita im vorigen Jahr eine Zusammenarbeit begründet, mittels der die rund 10.000 Urlauberparkplätze am Airport unter dem Namen "Parkvogel" vermarktet werden.

Dabei geht es um die Parkhäuser 4 und 5 sowie die Parkplätze 23, 24 und 26. "Unsere Kunden parken terminalnah und zu günstigen Urlaubertarifen. Darüber hinaus ist bei uns überall Personal vor Ort, so dass die Fahrzeuge sicher stehen", so Christian Jahncke, Geschäftsführer der Sita Airport IT GmbH.

Das Angebot gibt es seit April des vorigen Jahres, die Fahrer von mehr als 400.000 Autos nutzten es bislang. In dieser Zahl nicht enthalten ist die Auslastung des Parkhauses am Dome an der Theodorstraße, das mitgenutzt werden kann. Von dort fährt ein Shuttledienst die Passagiere zum Flughafen. Die Preise des Parkvogels liegen zwischen 39 Euro (im Freien) und ab 59 Euro (im Parkhaus) pro Woche.

Quelle: RP
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