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Kampf gegen Müll
Parks in Düsseldorf sollen Elektro-Grills bekommen

Kampf gegen Müll: Parks in Düsseldorf sollen Elektro-Grills bekommen
In Zürich hat sich die Grillstation am Zürichsee bewährt. Mittlerweile gibt es eine zweite am anderen Ufer. FOTO: grün stadt zürich
Düsseldorf. Einweg-Grills und Kohlereste sind in den Parks der Stadt leider kein seltener Anblick. Mit Hilfe von Elektro-Grills soll dieser Müll in Düsseldorfs Parks künftig vermieden und die Brandgefahr gesenkt werden. Hamburg und Zürich sind Vorreiter. Von Verena Patel

Benutzte Einweg-Grills, Essens- und Kohlereste sind kein seltener Anblick auf Wiesen und Strandabschnitten am Rhein, wenn, so wie an diesem Wochenende, sich die Sonne zeigt und die Temperaturen milder werden. Abhilfe könnten feste Grillstationen schaffen, die mit Strom betrieben werden. Diese Hoffnung haben die Fraktionsmitglieder der Ampel-Kooperation im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen.

Konzept kommt aus Australien

So grillen Sie einen ganzen Fisch

Nach ihrem Antrag soll die Verwaltung prüfen, ob eine derartige Anlage auch in der Landeshauptstadt sinnvoll ist. Die Idee kam von Ausschussmitglied Christine Rachner (FDP). "Das Konzept kommt aus Australien, wo es hilft, Waldbrände zu vermeiden", erklärt Rachner. Gegenüber Holzkohlegrills ist außerdem der CO²-Ausstoß geringer.

Gute Erfahrungen mit den Grills haben Hamburg und Zürich vorzuweisen. In Hamburg gibt es seit 2011 eine Station. Für die Anschaffung, Inbetriebnahme und Änderungen im Umfeld fielen 38.000 Euro an. Zwei Euro wirft der Nutzer ein und kann 20 Minuten lang grillen.

Drei Tipps vom Grillprofi

Obwohl die Station gut angenommen wird - in den Sommermonaten 2015 machten nach Angaben des Betreibers rund 3400 Personen davon Gebrauch - werden die laufenden Kosten nicht gedeckt. Wie Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamts Mitte der Hansestadt, sagt, entstehen jährlich rund 5000 Euro an Kosten, dem stehen rund 1300 Euro an Einnahmen gegenüber.

"Allerdings haben wir nun auch weniger Grünflächenbeschädigungen und Verbrennungsfälle. Das Konzept hat sich bewährt." In Zürich wurde die erste Grillstation 2008 zwar vom Hersteller kostenfrei zur Verfügung gestellt, doch schlugen Erschliessungs- und Erstellungskosten mit rund 20.000 Schweizer Franken zu Buche, wie das Grünamt der Stadt berichtet. Doch auch dort meldet man Erfolg: Es kam noch ein zweiter Grill hinzu.

Ufer- und Wasserschutz

Nach Meinung von Ratsherr Udo Figge (SPD) kämen in Düsseldorf beispielsweise der Südpark, aber auch Stellen nahe des Rheinufers als Standorte in Frage. "Das müsste natürlich mit der Verwaltung abgestimmt werden." Rüdiger Gutt (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen, gibt jedoch zu bedenken, dass die Umsetzung nicht einfach sein dürfte. "Gerade am Rheinufervorland sind die Bestimmungen des Ufer- und Wasserschutzes zu beachten."

Teuer müsse das Projekt nicht zwingend werden, meint Norbert Czerwinski, Sprecher der Grünen-Ratsfraktion. "Es muss geprüft werden, wo bereits Stromleitungen verlegt sind." Laut Angaben der Betreibergesellschaft der Hamburger Anlage ist ein Grill ab 2999 Euro netto zu haben. Derweil wurden am linken und rechten Rheinufer 190 zusätzliche Mülleimer bereitgestellt. Morgen werden Mitarbeiter im Linkrheinischen und im Rheinpark Mülltüten und Infokarten verteilen.

Quelle: RP
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