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Düsseldorf
Paten für Spielplätze gesucht

Düsseldorf: Paten für Spielplätze gesucht
Dieter Horne (v.l.), Tanja Röhl mit Sohn Gian-Luca und Brigitte Zschörnick trafen sich auf dem Freizeitgelände des Kolpingplatzes, um über ihre Erfahrungen als Spielplatzpaten zu berichten. FOTO: Bernd Schaller
Düsseldorf. Kinderspielplätze können in einem Viertel zu einem wichtigen Treffpunkt werden. In der Stadt kümmern sich bislang 60 Paten um den Zustand der Anlagen. Das Jugendamt wünscht sich, dass ihrem Beispiel viele weitere folgen. Von Daniela Gefgen

Dieter Horne (68) ist seit acht Jahren Spielplatzpate des Hoppegartens in Angermund. Er hat zwar keine eigenen Kinder oder Enkelkinder, trotzdem fühlt er sich für den Spielplatz verantwortlich. "Das zählt für mich zum bürgerlichen Engagement. Ich freue mich, dass ich zur Aufenthaltsqualität der Kinder und ihrer Eltern beitragen kann." Die Highlights "seines" Spielplatzes sind für ihn die zwei Piratenschiffe und die Seilbahn. Er hat einen regelmäßigen Blick auf das Gelände. "Jeden Morgen beim Brötchen-Holen komme ich am Spielplatz vorbei und gucke, ob alles in Ordnung ist."

Dieter Horne ist einer von rund 60 Spielplatzpaten in Düsseldorf. Am Samstag trafen sich einige von ihnen auf dem Freizeitgelände des Kolpingplatzes in Pempelfort, um die Spielplatz-Saisoneröffnung zu feiern. Alfred Köffers, Sachgebietsleiter im Bereich Familienförderung des Jugendamts, wünscht sich mehr ehrenamtliche Betreuer: "Wir haben 461 Spielplätze in unserer Stadt und nur 60 Spielplatzpaten. Schön wäre, wenn es 200 Paten gäbe."

Spielplätze haben für Familien und ihre Kinder eine enorme Bedeutung. Oft wird bei schönem Wetter das Familienleben für mehrere Stunden nach draußen verlegt. Die Kinder spielen, die Eltern kommen miteinander ins Gespräch. Das führt zu freundschaftlichen Verbindungen in der manchmal anonymen Großstadt. "Der Spielplatz wird zu einem gesellschaftlichen Zentrum. Oft ist es abhängig von den einzelnen Spielplatzpaten, welche Bedeutung der jeweilige Spielplatz für die Nachbarschaft bekommt."

Eine echte Kämpferin auf diesem Gebiet ist ohne Zweifel Brigitte Zschörnick (67). Sie betreut seit fünf Jahren den Spielplatz an der Sichelstraße in Benrath. Im Jahr 2010 wurde der versteckt liegende Spielplatz aus den siebziger Jahren aus dem Masterplan der Stadt Düsseldorf genommen. Nur die Spielplätze, die sich in diesem Masterplan befinden, werden mit Geldern der Stadt modernisiert und umgebaut. "Auf diesem kleinen Spielplatz haben schon meine Kinder gespielt. Als ich 2010 davon gehört habe, dass der Spielplatz platt gemacht werden soll, musste ich etwas unternehmen." Sie beschloss, auf eigene Faust nach Sponsoren zu suchen, da es von städtischer Seite keine Unterstützung gab. Sie hielt unter anderem einen Vortrag im Lions Club und war damit erfolgreich. Die Zuhörer waren von ihrem Engagement so angetan, dass sie ihr finanzielle Hilfe zusagten. "Mittlerweile ist der Spielplatz wieder zu der wunderschönen Oase geworden, die er mal war. Und wir versuchen, Jung und Alt miteinander zu verbinden." So gibt es auf dem Platz nicht nur Rutschen und Schaukeln für Kinder, sondern auch Übungsgeräte zur Verbesserung der Koordination, die einmal im Monat von einer zehnköpfigen Seniorengruppe genutzt werden.

Einen ganz anderen Blick auf ihren Spielplatz in Eller am Hasseler Richtweg hat Tanja Röhl (33). Ihr Sohn Gian-Luca (7) besuchte die angrenzende Kindertagesstätte. "In der Nähe des Spielplatzes wohnen viele Flüchtlingsfamilien, die mit mehreren Kindern teilweise in nur einem oder zwei Zimmern leben müssen. Um dieser Enge zu entfliehen, sind sie oft den ganzen Tag auf dem Spielplatz." Gemeinsam mit den Kindergartenkindern sorgt Tanja Röhl auf dem Platz für Sauberkeit und Ordnung. Birgit Reimers, beim Jugendamt zuständig für die Spielplatzpaten, freut sich über so viel Engagement. "Erst vergangene Woche wurde auf dem Spielplatz an der Diepenstraße in Gerresheim ein Nachbarschaftsfest veranstaltet. Es waren 150 Familien da. Hier sieht man, welch große Bedeutung der Spielplatz für einen Stadtteil bekommen kann."

Quelle: RP
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