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Köln und Bonn gestrichen
"Pegida" NRW will sich auf Düsseldorf konzentrieren

Demo gegen "Pegida"-Aufmarsch in Köln
Demo gegen "Pegida"-Aufmarsch in Köln FOTO: dpa, lof
Düsseldorf. Die Anti-Islam-Demos in Köln und Bonn sind gestrichen – dafür wollen die Organisatoren der "Pegida" in jeder Woche in der Landeshauptstadt einen Aufzug anmelden. Die umstrittene Aktivistin und Pro-NRW-Politikerin Melanie Dittmer ist zudem nicht mehr Pressesprecherin. Von Arne Lieb

Die Kölner "Pegida"-Demonstration am Montag war ein krachender Misserfolg: Nur rund 250 Teilnehmer kamen zusammen, ihnen standen 7500 Gegendemonstranten entgegen.

Die Organisatoren haben am Dienstagvormittag reagiert: Sie wollen die Aktivitäten im Rheinland auf Düsseldorf konzentrieren, teilen sie auf ihrer Facebook-Seite mit. In der Landeshauptstadt ist ohnehin für die kommende Woche der zweite Aufzug geplant. Von nun an plant "Pegida" NRW dort in jeder Woche eine Demonstration.

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Offenbar erhoffen sich die Organisatoren, dass der Zulauf durch eine zentrale Kundgebung wächst. Der erste "Spaziergang" von Pegida vor dem Düsseldorfer Landtag hatte im Dezember allerdings auch nur rund 450 Menschen angezogen. Auch dort hatte es eine Gegendemonstration gegeben. Für den kommenden Montag ruft ebenfalls ein breites Bündnis aus Parteien, Kirchen und etlichen weiteren Unterstützern zum friedlichen Protest gegen Pegida auf.

Die Organisatoren von "Pegida" NRW haben außerdem am Dienstag bekanntgegeben, dass die umstrittene Aktivistin und Pro-NRW-Politikerin Melanie Dittmer nicht mehr Pressesprecherin für das Organisations-Team in NRW ist. Die Mitteilung auf dem Blog der Organisatoren umfasst allerdings nur diesen einen Satz. Wer ihr nachfolgt oder ob Dittmer weiter andere Funktionen im Orga-Team ausübt, ist unklar.

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Die Mitwirkung von Dittmer hatte zum Ausstieg der eigentlichen Anmelder der zweiten Düsseldorfer Pegida-Demonstration geführt. Grund war ein Spiegel-TV-Beitrag, der an Dittmers bewegte rechtsradikale Vergangenheit erinnerte und auch aktuelle Statements enthielt, in denen sie unter anderem den Holocaust relativierte. Das Rechtsanwaltspaar Alexander und Angela Heumann, treibende Kraft hinter der ersten "Pegida"-Demonstration in Düsseldorf, ging daraufhin auf Distanz zur Bewegung und meldete den Aufzug bei der Polizei ab. Die zweite "Pegida"-Demonstration in Düsseldorf wurde aber erneut angemeldet – von Melanie Dittmer.

Quelle: RP