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Düsseldorf
Pfleger verspielt Geld von Seniorin

Düsseldorf: Pfleger verspielt Geld von Seniorin
Der 48-jährige Angeklagte gestern am Amtsgericht mit seinem Verteidiger Alexander Gantenbrink (l.). FOTO: wuk
Düsseldorf. Für Fußballwetten hat ein Mitarbeiter (48) eines Pflegedienstes nicht nur seine Existenz riskiert, sondern sich heimlich an den Notgroschen einer 88-jährigen Seniorin bedient. Beim Amtsgericht gab er am Montag zu, dass er vom Konto der alten Dame insgesamt 13.500 Euro verzockt hat. Von Wulf Kannegießer

Jetzt will er den Schaden mit 50-Euro-Raten tilgen und eine Therapie gegen Spielsucht antreten. Bei so viel Reue und Einsicht urteilte die Richterin milde: Acht Monate Haft wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Eng und vertraut war der Umgang des Angeklagten mit jener alten Dame aus Derendorf direkt ab Pflegebeginn im März 2015. Doch statt ihr im Alltag zu helfen, hat er ihren Wohnzimmerschrank durchstöbert, eine EC-Karte samt Geheimnummer der Seniorin entdeckt und beides schamlos eingesetzt. "Das ist unverzeihlich, ich habe das Vertrauen gänzlich missbraucht", schrieb er später in einem Brief an sein Opfer. Am Montag sagte er: "Ich hatte immer im Hinterkopf, die Gelder wieder auf das Konto einzuzahlen." Doch um erste Abhebungen zu verschleiern, habe er dauernd neue Beträge abgeholt, sei "vergeblich der goldenen Gans nachgelaufen", so sein Anwalt. Denn statt die erhofften Gewinne mit Fußballwetten zu erzielen, mit denen er angeblich alle früheren Verluste wettmachen wollte, lag der Angeklagte bei Wetten dauernd daneben.

Als der Schwindel rauskam, verlor der 48-Jährige den Job, versank in Schuldgefühlen und plagt sich nach seiner Darstellung bis heute mit Suizidgedanken. Dass er bisher zwei 50-Euro-Raten an die Seniorin gezahlt, per Brief um Entschuldigung gebeten und sich um einen Therapie-Platz bemüht hat, wertete die Richterin als Versuch des Angeklagten, "das Kernproblem anzugehen", den Spieltrieb zu bekämpfen, dem er seit dreißig Jahren frönt. Er wolle das jetzt überwinden, "dann wieder arbeiten" - um die Raten an sein Opfer zu erhöhen, versprach der Angeklagte.

Die Richterin machte ihm diese Schadenswiedergutmachung "nach Kräften" jetzt zur Auflage, auch muss er die Therapie durchstehen. Sonst droht der Widerruf der Bewährung.

Quelle: RP
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