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Serie Sommerlektüre (5)
Pia Witzmann mag "Schöne Verhältnisse"

Düsseldorf. Der Meisterstilist Edward St Aubyn wurde international bekannt - besonders in England und Amerika - durch seine "Patrick Melrose"-Trilogie "Some Hope" und durch die Nominierung von "Muttermilch" 2006 für den Booker Prize. 1960 wurde Edward St Aubyn in eine der bekanntesten Familien des englischen Hochadels geboren. Seine autobiografisch bestimmte "Some Hope"-Trilogie (deutsch: "Schöne Verhältnisse", "Schlechte Neuigkeiten", "Nette Aussichten") erzählt von den Umtrieben einer britischen, extrem dysfunktionalen Upper-class-Familie.

Im ersten Band, "Schöne Verhältnisse", ist die alte romantische Villa Lacoste in der Provence der Schauplatz größter Niedertracht. Da ist der verängstigte, einsame fünfjährige Patrick, der von seiner alkoholabhängigen Mutter keinen Schutz erwarten kann - Schutz vor seinem dämonischen Vater David, der das Monster dieser Lebensgeschichte ist. Der Vater, der sich durch den Reichtum seiner Frau dem Müßiggang hingeben kann, terrorisiert die Familie, fügt jedoch seinem Sohn die schlimmsten Traumata zu, indem er ihn bis zu seinem achten Lebensjahr vergewaltigt.

St Aubyns von Präzision, schwarzem Humor und Eleganz bestimmte Prosa macht die Lektüre zu einem außergewöhnlichen Erlebnis und weckt Lust auf mehr.

Nun, gerade im Urlaub, habe ich ein Buch zu lesen begonnen, das sich zusehends zu einem Highlight entwickelt: "Americanah" von Chimamanda Ngozi Adichie.

Adichie ist eine der großen jungen Stimmen der Weltliteratur und wurde vom "New Yorker" auf die renommierte Liste der "20 besten Schriftsteller unter 40" gesetzt. Die "New York Times" wählte "Americanah" zu einem der fünf besten Romane von 2013. Die Geschichte spielt in Nigeria, England und den USA und beginnt mit der großen Liebe von Ifumelu und Obinze im Nigeria der 90er Jahre. Dann trennen sich ihre Wege: Ifemelu studiert in Princeton, Obinze strandet als illegaler Einwanderer in London. Nach Jahren treffen sie sich in Lagos wieder. Sprachliche Vielfalt, Tiefsinn und Menschlichkeit gehen in diesem Roman eine bewegende Verbindung ein, ohne dass es ein einziges Mal sentimental wird.

Quelle: RP
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