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PKK-Vorwürfe nach Attentat in der Türkei
Wonderwaffel schließt Düsseldorfer Filiale

Düsseldorf. Die Düsseldorfer Filiale von Wonderwaffel ist seit Dienstagmittag, 12 Uhr, überraschend geschlossen – auf Geheiß der Berliner Inhaber der Kette. Grund ist ein Handyvideo, das auf Facebook kursiert und offenbar in dem Waffelladen an der Liesegangstraße in Düsseldorf aufgenommen ist.

Es soll zeigen, dass einer oder mehrere Mitarbeiter ein Lied der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK abgespielt haben, um damit – so der Vorwurf bei Facebook – den jüngsten Bombenanschlag im türkischen Ankara zu feiern, bei dem am Sonntag mindestens 37 Menschen gestorben sind.

 

Liebe WonderZ,wir posten das jetzt als Inhaber und Gründer von WonderWaffel! NICHT als Standortbetreiber der Filiale in Düsseldorf, die seit heute geschlossen ist!

Posted by WonderWaffel Düsseldorf on  Dienstag, 15. März 2016

In der Berliner Zentrale der Kette nimmt man den Vorwurf offenbar sehr ernst. "Wir waren erschüttert", heißt es in einer Stellungnahme auf der Düsseldorfer Facebook-Seite des Unternehmens. "Wir verurteilen das Verhalten unseres Franchisenehmers aufs Schärfste." Weiter heißt es, man werde die Geschehnisse überprüfen und rechtliche Schritte gegen den Franchisenehmer einleiten, "also eine fristlose Kündigung und den Lizenzentzug". Gegen die Beteiligten werde zudem Strafanzeige gestellt und das Geschäft geschlossen. "Kulturelle Vielfalt liegt uns am Herzen, Fanatismus verachten wir", heißt es in der Stellungnahme weiter.

Wonderwaffel ist eine junge Gastronomie-Kette, die derzeit stark expandiert. Erst 2011 hatten die Gründer Ulvi und Murat Topcuoglu in Berlin-Kreuzberg die erste Filiale des Waffelladens eröffnet, seit dem vergangenen Jahr breitet sich die Kette durch ein Franchise-System deutschlandweit in hohem Tempo aus.

Erst Ende September 2015 hatte die Düsseldorfer Filiale ihre Eröffnung gefeiert. Wie es dort weitergeht, ist unklar. Rückfragen von Besuchern bei Facebook wurden mit dem Hinweis auf die laufende Aufklärung beantwortet. Das Unternehmen kündigt aber an, die Öffentlichkeit über die weiteren Schritte zu informieren.

(arl)
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