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Auszeichnung für Tierheim Düsseldorf
Plakette vom Tierschutzbund für hohe Standards

Auszeichnung für Tierheim Düsseldorf: Plakette vom Tierschutzbund für hohe Standards
Thomas Schröder (Mitte) vom Deutschen Tierschutzbund übergab die Plakette gestern an Monika Piasetzky und Axel Mittelstaedt mit den Hunden Chobo und Tay. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Weil die Einrichtung viel mehr für die Tiere tut, als gesetzlich vorgeschrieben ist, wurde sie nun vom Deutschen Tierschutzbund besonders gewürdigt. Von Julia Brabeck

Der Deutsche Tierschutzbund hat dem Düsseldorfer Tierheim seine höchste Auszeichnung verliehen - die Tierheimplakette. Diese zeigt, dass der hiesige Tierschutzverein sein Tierheim nach strengen Richtlinien betreibt. Thomas Schröder, Präsident des Tierschutzbundes, hat die Plakette gestern an die Vorsitzende des Düsseldorfer Tierschutzvereins, Monika Piasetzky, und den Ehrenrat Axel Mittelstaedt übergeben.

Was müssen die Tierheime für die Plakette erfüllen?

Der Tierschutzbund stellt dafür an die Tierheime höhere Anforderungen, als gesetzlich vorgeschrieben sind. Das Gesetz schreibt etwa vor, wie viele Quadratmeter pro Hund zur Verfügung stehen müssen. Der Tierschutzbund möchte aber eine optimale Versorgung der Tiere erreichen und zeichnet deshalb zusätzliche Angebote aus. In Düsseldorf sind das etwa die 50 Gassi-Geher, die für genug Bewegung sorgen, die Auslaufflächen für die Hunde und die Möglichkeit, Tiere, die das gerne wollen, auch in Gruppen zu halten.

Wer beurteilt die Tierheime?

Der Tierschutzbund hat fünf Tierärzte, die als Tierheimberater die Einrichtungen besuchen. In Düsseldorf war das Judith Schönenstein. Sie hatte wenig zu bemängeln, denn in den letzten Jahren wurde dort viel investiert und viele neue Ideen umgesetzt. Zuletzt wurden für 80.000 Euro die Quarantänestation und für weitere 80.000 Euro die Kleintier- und Vogelhäuser umgebaut. "Wenn sich nicht sehr viele Katzen auf der Quarantänestation befinden, haben wir jetzt beispielsweise die Möglichkeit, die Käfige schnell zu vergrößern", sagt Piasetzky. In den Kleintierhäusern, in denen zum Beispiel Kaninchen und Meerschweinchen leben, sitzen die Tiere nicht in kleinen Käfigen, sondern haben viel Auslauf. "Die Besucher können so sehen, wie die Tiere auch bei ihnen daheim gehalten werden sollten, denn an eine reine Käfighaltung vermitteln wir nicht."

Welche weiteren Pläne gibt es?

Der Düsseldorfer Tierschutzbund erarbeitet seit einem Jahr ein Jugendtierschutzprogramm. Im nächsten Jahr soll in einer ehemaligen Schäferei in Garath ein Jugendtierschutzzentrum eingerichtet werden. Dort und in Schulen kann dann Tierschutz unterrichtet werden. "Kinder lassen sich schnell dafür begeistern", sagt Piasetzky. Fortgesetzt wird das Leseprojekt im Tierheim, welches seit einem Jahr läuft. Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche dürfen sich zu den Tieren setzen. "Sie sind dann viel lockerer und lesen dann viel besser vor", sagt Tierheimleiter Frank Gassmann. Größere Umbauten stehen im Tierheim selbst nicht an. "Dort ist auch kein Platz mehr für weitere Gebäude. Wir werden aber teilweise Räume wie unsere eigene Tierarztpraxix modernisieren."

Wie wird die Arbeit finanziert?

Das Tierheim braucht 1,8 Millionen Euro im Jahr. Es lebt von Spenden, Erbschaften, Mitgliedsbeiträgen und Geldern der Stadt. "Zurzeit müssen wir jedes Tier mit der Stadt abrechnen. Das ist ein großer bürokratischer Aufwand. Wir verhandeln deshalb um eine angemessene Pauschale", sagt Piasetzky.

Quelle: RP
 
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