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Düsseldorf-Süd
Planung für Deichbau weiter offen

Düsseldorf-Süd: Planung für Deichbau weiter offen
Hochwasser in den Auen im Rheinbogen. Ein wunderschöner Anblick, doch der Deichausbau ist dringend erforderlich. FOTO: Günter von Ameln
Düsseldorf-Süd. Der BUND kritisiert die Planung in Höhe der Himmelgeister Kastanie. Wenn der Deich nur abgetragen und erneuert wird, sind seines Erachtens viele Arten gefährdet, darunter die Wildbiene. Von Birgit Wanninger

Auch wenn der Rhein im Moment wieder zurückgeht, die Hochwassergefahr bleibt. Und jedes Mal bei Hochwasser blicken die Anwohner von Itter und Himmelgeist skeptisch auf den Rhein. Denn seit Jahren wird im Düsseldorfer Süden am Lückenschluss in Himmelgeist gearbeitet. Dort gibt es gleich mehrere relevante Abschnitte.

Da ist die Schließung des südlichen Ortkerns in Höhe Schloss Meierhof. Hier wird der Planfeststellungsbeschluss gerade beklagt. Im mittleren Teil, also im Ortskern, wurde die Klage des Plangeststellungsverfahrens abgelehnt und es kann jetzt mit der Ausführungsplanung begonnen werden. Während für den nördlichen Teil Himmelgeists erst die Planfeststellung erarbeitet und voraussichtlich Ende diesen, Anfang nächsten Jahres präsentiert wird.

Der Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung zum Bau der Hochwasserschutzanlage "Im Diepental" lag gerade erst aus. Auch hier gibt es noch keine konkreten weiteren Maßnahmen.

Dann gibt es noch den Abschnitt in Höhe der Himmelgeister Kastanie, wo der Rhein auf den Deich trifft. Auch hier soll der Deich saniert werden, und dazu gab es im November einen Erörterungstermin, zu dem die Bezirksregierung die Betroffenen zu einer nichtöffentlichen Sitzung eingeladen hat.

Der zuständige Stadtentwässerungsbetrieb präsentierte die Pläne zur Sanierung des Deiches, die demnächst die Bezirksregierung genehmigen soll. Doch diese Pläne fanden bei der Anhörung nicht gerade Zuspruch seitens des BUND. "Es wurde aus unserer Sicht die schlechteste Variante gezeigt", sagt Michael Süßer, Vorsitzender des BUND-Düsseldorf. Die Stadtplanung sieht vor, den bestehenden Deich zu sanieren, das heißt ihn abzutragen und neu zu errichten - wenn auch höher.

Diese Planung stamme aus den 90er Jahren, sagt Süßer, der eine andere Variante vorzieht, nämlich den Deich weiter nach hinten bis zum Campingplatz zu verlegen. Das hat in seinen Augen den Vorteil, dass das Hochwasser entspannt in die zur Verfügung stehende Fläche laufen könnte. "Was aus unserer Sicht auch notwendig ist", wie der BUND-Vorsitzende betont.

Er bemängelt auch, dass die von der Stadt gewählte Variante 2005 vom NRW-Umweltministerium und dem damaligen Minister Eckhard Uhlenberg (CDU) bevorzugt wurde, weil sie preiswerter war. Denn man hätte in Verhandlungen mit dem Eigentümer, dem dortigen Gutsverwalter, treten müssen, der für das Grundstück einen viel zu teueren Preis verlangt hatte. So habe sich nach Meinung Süßers die Stadt für die preiswertere, oder einfachere Variante entschieden.

Dabei sei es aus Natur- und Artenschutzgründen wichtig, den Deich zu erhalten und nicht abzutragen. Denn das Gebiet sei besonders wertvoll. "Hier leben viele gefährdete Arten, unter anderem die Wildbiene."

Jetzt muss die Bezirksregierung entscheiden und dabei abwägen. BUND-Vorsitzender Michael Süßer gibt sich optimistisch. Beim Erörterungstermin habe ein Vertreter der Bezirksregierung gesagt, die Sache sei nicht einfach. "Ich glaube, wir haben gute Argumente geliefert. Jetzt müssen wir erst einmal abwarten."

Quelle: RP
 
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