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Analyse
Düsseldorf ist wieder in Mode

Designer und Einkäufer zeigen ihre Lieblingsstücke
Designer und Einkäufer zeigen ihre Lieblingsstücke FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Erstmals fanden die Messe "Gallery" und die Modenschau-Reihe "Platform Fashion" nebeneinander auf dem Areal Böhler statt - beide waren gut besucht. Das zentrale Netzwerktreffen der Branche am Sonntag zeigte: Die Modewirtschaft orientiert sich erfolgreich neu. Von Nicole Lange

Vier Jahre nach dem Aus für die Modemesse CPD in der klassischen Form auf dem Messe-Gelände hat sich die Branche in der Stadt runderneuert. Saison für Saison sind Veränderungen zu vermelden, wechseln Orte und Konzepte, entstehen neue Kooperationen. Die gestern zu Ende gegangenen Mode-Ordertage haben gezeigt: Die Akteure haben zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit gefunden, um die Bedeutung der Stadt als Mode-Standort auch längerfristig zu sichern.

Edle Kristall-Leuchter in der Glühofenhalle: Die gut besuchte Abendmodenschau "Red Carpet", die heute zu Ende geht, punktete mit besonderer Atmosphäre. FOTO: Igedo

Da ist die Ordermesse "The Gallery" der Igedo Company, die erstmals auf dem Areal Böhler an der Hansaallee stattfand. Ein gewagter Schritt, weil das Gelände fernab der Modemeile rund um die Kaiserswerther Straße (hier sind viele der mehr als 800 Showrooms der Stadt) liegt. Immerhin galten die kurzen Wege stets als Pluspunkt Düsseldorfs im Vergleich mit dem großen Konkurrenten Berlin.

Abgemildert wurde die längere Anfahrt über einen Shuttle-Service - etwa zur anderen großen Ordermesse Supreme (mit neuem Ausstellerrekord), zum Fashion House mit der gut besuchten Accessoire-Messe Date und zum wichtigen Showroom-Standort Halle 29/30 in Derendorf. Zudem verfügt das Gelände anders als die vorher genutzte "Botschaft" an der Cecilienallee über Parkplätze. Die Igedo hat den rauen Industrie-Charme unter anderem der "Alten Schmiedehalle", der "Halle am Wasserturm" und der "Glühofenhalle" auf dem Böhler-Areal genutzt, um eine atmosphärisch dichte Messe zu gestalten. Ob das auf Dauer reicht, die Einkäufer an die Meerbuscher Stadtgrenze zu locken, muss sich zeigen. Die Stände jedenfalls waren bei der Premiere ausgebucht, die Igedo vermeldete am Ende des Wochenendes ein Besucherplus von 20 Prozent.

Modemesse DATE im Fashion House

Geholfen haben dürfte auch die neue Nähe zum Modenschauen-Event "Platform Fashion" der Agentur Kollektiv K, das schon im Sommer erstmals auf dem Areal stattgefunden hatte. Die Schauen bekannter Designer (diesmal 34 Labels) ziehen seit ihrer Premiere vor zwei Jahren ein großes Publikum an, sind längst etablierter Teil des hiesigen Modegeschehens. Besonders begehrt ist die Schau von Star-Designer Thomas Rath, die auch diesmal den Schlusspunkt am Sonntagabend bildete. Die Schauen sind Treffpunkt für Stars und Sternchen, bringen ein bisschen Glamour ins Order-Geschehen, das ansonsten als geschäftsmäßig-sachlich gilt. In Berlin wird gefeiert, in Düsseldorf werden die Geschäfte gemacht, heißt es in der Branche oft. Schaden kann es einer so emotional geprägten Branche aber nicht, dass auch in Düsseldorf jetzt ein bisschen Glitzer über den Bestellvorgängen ausgeschüttet wird: mit den Models Monica Ivancan (hochschwanger auf dem Laufsteg) und Shermine Shahrivar etwa, Schauspielerin Mariella Ahrens und Sängerin Sarah Lombardi.

Die Stadt unterstützt das Ganze mit ihrem Engagement im Verein Fashion Net, der die Akteure verbindet. Viele sagen, dieser könne sich mehr einbringen, sei noch zu wenig bekannt. Ein Erfolg des Vereins ist aber die große Netzwerk-Party am Sonntag. Auch sie war, in einer Markthalle des Großmarktes, noch einmal eine Ecke trendiger als früher in einem nahen Hotel. Knapp 1000 Modemacher, Models und Einkäufer stießen hier am Abend auf die Geschäfte des langen Wochenendes an. Man sah vor allem fröhliche Gesichter.

Quelle: RP
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