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Düsseldorf
Politik drängt auf E-Busse bei der Rheinbahn

Düsseldorf: Politik drängt auf E-Busse bei der Rheinbahn
Die Rheinbahn betreibt fast alle ihre Busse mit Diesel. Die Politik will, dass möglichst bald nur noch E-Fahrzeuge unterwegs sind. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Der Chef des Verkehrsunternehmens wollte mit dem Kauf von E-Fahrzeugen abwarten. Jetzt diktiert ihm der Stadtrat seine Wünsche. Von Arne Lieb

In ungewöhnlicher Deutlichkeit hat der Stadtrat in die Strategie der Rheinbahn eingegriffen. Einstimmig verabschiedete das Gremium einen Antrag, der das städtische Unternehmen zur schnelleren Umstellung auf E-Fahrzeuge auffordert. Die Initiative kam von der Ampel-Kooperation von SPD, Grünen und FDP gemeinsam mit der CDU-Opposition. Bereits im Januar soll die Rheinbahn die Buslinien über die besonders belastete Corneliusstraße auf schadstoffarme oder -freie Modelle umstellen, zugleich soll die Rheinbahn ein Konzept für eine Umstellung der Flotte vorlegen. "Das löst nicht allein das Problem der Luftverschmutzung", sagt Norbert Czerwinski (Grüne). "Aber wir wollen, dass die Rheinbahn schneller Teil der Lösung wird."

Einer der Auslöser ist das Urteil des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts im Oktober. Die Richter hatten Bezirksregierung und Stadt aufgefordert, bis Oktober 2017 darzulegen, wie sie die stets zu hohen Werte bei der Luftverschmutzung durch Stickoxide senken wollen. Im Raum steht ein Fahrverbot für Diesel-Pkw. Aber auch die Diesel-Busse der Rheinbahn tragen zur Luftverschmutzung bei - und sind nun als erstes in den Fokus gerückt. "Öffentliche Unternehmen sollten als Vorbild vorangehen", sagt Philipp Tacer (SPD).

Allerdings ist man bei der Rheinbahn nicht überzeugt von der Vorstellung, bald Brennstoffzellenbusse auf die Strecken zu schicken. Die Experten im Unternehmen halten die Technik nicht für weit genug entwickelt, um im Linienbetrieb zu bestehen. Sie befürchten Pannen, zu geringe Reichweite - und Frust bei den Fahrgästen. Auch der Wechsel an der Spitze der Rheinbahn zu Jahresbeginn hat diese Haltung nicht geändert. Der neue Chef Michael Clausecker äußert ähnliche Bedenken wie Vorgänger Dirk Biesenbach. Als Clausecker seine neue Strategie im September dem Aufsichtsrat vorstellte, soll der Punkt E-Mobilität ganz gefehlt haben.

Das führte zu Unmut vor allem bei SPD und Grünen, die überzeugt sind von der neuen Technik. SPD-Chef und Bundestagsabgeordneter Andreas Rimkus will Fördergelder des Bundes nach Düsseldorf gehen sehen, auch die Grünen drängten den Rheinbahn-Chef seit Monaten über den Aufsichtsrat zum Umdenken. Die Vorbilder sind die Städte Hamburg und Bremen.

Dass Clausecker nicht einschwenkte, führte zu erheblicher Verstimmung bei den Politikern. Nun diktiert man ihm über den Stadtrat den Wunsch nach schnellerem Handeln. Die Corneliusstraße steht dabei nur im Mittelpunkt, weil sich dort die maßgebliche Messstelle befindet. Andere Straßen sollen möglichst bald folgen.

Von der Rheinbahn hieß es in einer ersten Stellungnahme, man bleibe zunächst bei den Schritten, die man vor einigen Tagen bereits vorgestellt hat. Die Rheinbahn will demnach fürs Erste vor allem auf umweltfreundlichere neue Diesel-Fahrzeuge zu setzen. Kürzlich bestellte man 80 Busse des Herstellers VDL. Es soll aber eine "Innovationslinie" zum Test von Brennstoffzellenbussen geben. Geplant ist, dafür eine Tochterfirma zu gründen, unter anderem, um der Politik transparent die Kosten vorzulegen. Wenn der E-Antrieb reif für den Linienbetrieb sei, wolle man dann umstellen.

Quelle: RP
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