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Düsseldorf
Politik gibt mehr Geld für die Literatur im Heine-Haus

Düsseldorf. Ein Literaturhaus war das Heine-Haus an der Bolkerstraße schon vorher - jetzt darf es sich auch so nennen. Der Kulturausschuss hat einstimmig 30.000 Euro für eine Geschäftsführer-Stelle für das Veranstaltungsprogramm in Heinrich Heines Geburtshaus bewilligt. Selinde Böhm, 63, und Rudolf Müller, 65, stemmen bislang die Lesungen neben ihrer Arbeit in der angeschlossenen Buchhandlung - und haben in den zehn Jahren seit der Gründung etliche Größen der Literaturszene nach Düsseldorf geholt. Von Arne Lieb

Nun erhalten sie professionelle Unterstützung. "Wir haben dadurch viel mehr Möglichkeiten", sagt Selinde Böhm. Zugleich sei es eine Entlastung für die beiden Betreiber. Erst durch die Geschäftsführer-Stelle wird das Heine-Haus in den Verbund der Literaturhäuser aufgenommen. Insgesamt erhält der Verein zur Förderung des Heine-Geburtshauses 110.000 Euro von der Stadt für das kommende Jahr.

Schlechte Nachrichten gibt es unterdessen für die Macher des Düsseldorf-Festivals. Die Ampel-Kooperation entschied sich gegen eine Erhöhung der Förderung um rund 70.000 Euro, die Kulturdezernent Hans-Georg Lohe gutgeheißen hatte. Manfred Neuenhaus (FDP) sprach von "großer Wertschätzung". "Eine Ausweitung der Arbeit können wir aber derzeit nicht finanzieren." Die Intendanten Andreas Dahmen und Christiane Oxenfort hatten Sorge um die Zukunft geäußert, da das Konzept mit privaten Sponsoren nicht mehr funktioniert wie früher. Die Fördersumme bleibt aber bei 80.000 Euro wie im Vorjahr. Die CDU-Opposition kritisierte diese Entscheidung.

Sie fiel gestern in der Sitzung des Kulturausschusses, in der die Politik über den Haushaltsplan für 2017 diskutierte. Insgesamt ist die Höhe des Kulturetats für das kommende Jahr auf rund 140 Millionen Euro gestiegen. Allerdings ist der Vergleich zu den Vorjahren nicht ohne Weiteres möglich, da erstmals auch die Investitionen in Gebäude in diese Summe fließen. Und die sind happig: Insbesondere schlagen, wie berichtet, die Sanierungen von Schauspielhaus und Aquazoo zu Buche. Daneben übernimmt die Stadt die Tarifsteigerungen im Schauspielhaus und - zu großen Teilen - der Oper. Schauspielintendant Wilfried Schulz erhält zudem 1,3 Millionen Euro extra für sein Ausweichprogramm, das durch die Schließung des Theatergebäudes weiter nötig ist.

Quelle: RP
 
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