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Düsseldorf
Politik streitet über Dürer-Kolleg

Düsseldorf. Themen wie Altlasten im Boden und Eigentumsfragen spalten die Lager. Von Jörg Janssen

Wo soll der seit zehn Jahren angekündigte Neubau des Albrecht-Dürer-Berufskollegs stehen? Oberbürgermeister Thomas Geisel und Politiker des Ampel-Bündnisses sähen die größte Berufsschule der Stadt gerne auf der Thyssen-Krupp-Brache an der Paulsmühlenstraße in Benrath.

Die oppositionellen Christdemokraten setzen dagegen auf die Völklinger Straße (nahe der Handwerkskammer). Gegen Benrath spreche vor allem, dass das Grundstück nicht der Stadt gehöre, die Altlasten noch nicht vollständig bewertet seien und die Dauer der notwendigen Sanierungen deshalb kaum zu kalkulieren sei.

Ungeachtet dieser Einwände hält Oberbürgermeister Thomas Geisel den Standort für geeignet und prüfenswert. "Ich muss die Stadt als Ganzes sehen und halte ein großes Kolleg im Süden für wünschenswert. Die dortige Brache muss entwickelt werden, bevor dort Biotope entstehen", sagt der Rathauschef. Irritiert ist er über die Ansage von CDU-Chef Thomas Jarzombek, das Kolleg mit seinen bis zu 6000 Schülern spiele bei der Frage, ob der Schnellzug RRX künftig in Benrath halte, keine allzu große Rolle mehr. "Diese Messe ist noch nicht gelesen", sagt Geisel. Das sieht auch Andreas Rimkus so. In der Bundestagsfraktion kümmert sich der Düsseldorfer SPD-Chef auch um Verkehrspolitik. "Wir haben eine echte Chance." Offenbar habe Jarzombek die Hoffnung auf den Haltepunkt bereits aufgegeben. Seine Äußerungen seien "nicht im Interesse der Stadt", glaubt Geisel.

Der Thyssen-Krupp-Konzern in Essen bestätigte unterdessen die Verhandlungen mit der Stadt über einen Verkauf der Benrather Brache. Die Gespräche liefen seit mehr als drei Jahren. "Wir streben einen Verkauf an und wir halten das Projekt Albrecht-Dürer-Berufskolleg für sinnvoll", meint eine Konzernsprecherin. Knackpunkt sind die Altlasten. Laut Umweltdezernentin Helga Stulgies liegen bislang zwei Gutachten aus 2012 und 2013 vor. Gefunden wurden in Benrath Schwermetalle wie Kupfer und Chrom sowie "chlorierte, polyzyklische und aromatische Kohlenwasserstoffe".

Um den Sanierungsaufwand mit Blick auf einen Schulneubau besser einschätzen zu können, müsse es nun weitere Gutachten geben. Das sieht der Essener Konzern offenbar anders. "Thyssen Krupp hält den Untersuchungsstand für ausführlich und ausreichend", stellt die Sprecherin fest.

Zumindest mit Grundstücksfragen müsste sich die Stadt an der Völklinger Straße nicht so intensiv beschäftigen. "Der Großteil ist im Besitz der Stadt", sagt OB-Sprecher Dieter Schneider-Bichel.

Quelle: RP
 
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