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Düsseldorf
Politik will eigene Willkommens-Kultur

Düsseldorf: Politik will eigene Willkommens-Kultur
Die Stadt Stuttgart hat bereits ein "Welcome Center", das Ausländern bei Behördengängen hilft. Das wünscht die Politik auch für Düsseldorf. FOTO: Martin Lorenz/Stadt Stuttgart
Düsseldorf. Ein "Welcome Center" soll bei Amtsgängen helfen. Es richtet sich an Führungskräfte, aber auch Flüchtlinge. Der Weg ist aber noch lang. Von Arne Lieb

Düsseldorf ist eine internationale Stadt geworden - das stellt die Stadtverwaltung vor neue Herausforderungen. Nach dem Willen der Ampel-Kooperation von SPD, Grünen und FDP soll eine zentrale Stelle geschaffen werden, um Ausländer bei ersten Behördengängen zu unterstützen und typische Probleme zu vermeiden. Doch die Umsetzung ist kompliziert. Der aktuelle Stand:

An wen richtet sich das "Welcome Center"?

Die Zielgruppe ist breit. Um der Wirtschaft zu helfen, sollen Expats und ausländische Führungskräfte unterstützt werden. Denn viele Firmen brauchen Experten aus dem Ausland. Und die Erfahrung zeigt: Wenn es an Hilfe zum Beispiel bei der Suche nach einer Wohnung, bei aufenthaltsrechtlichen Fragen oder der Suche nach einem Sprachkurs mangelt, entscheiden sich begehrte Mitarbeiter doch für andere Standorte. Darauf soll sich die Verwaltung besser einstellen. Die Service-Stelle solle aber auch Flüchtlingen helfen, die ganz andere Fragen mitbringen.

Was soll ein "Welcome Center" genau leisten?

Das muss noch geklärt werden. Die Städte, die Düsseldorf als Vorbilder gelten könnten, haben unterschiedliche Ansätze. Die Mitglieder vom Integrationsrat sowie dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften haben sich deshalb in der vergangenen Woche einige Beispiele vorstellen lassen. In Stuttgart etwa ist das "Welcome Center" eine reine Beratungsstelle. Die Mitarbeiter arbeiten nach der Grundregel, dass sie keine Besucher mit dem Hinweis wegschicken, sie seien nicht zuständig, sondern immer bei der Klärung von Fragen unterstützen. Sie dürfen aber selbst keine Dokumente zu aufenthaltsrechtlichen Fragen ausstellen. Das ist in Hamburg anders.

Wie steht es um die Umsetzung?

Es gibt bereits diverse Angebote, die Teilaufgaben erledigen, darunter etwa der "Integration Point" der Bundesagentur für Arbeit und des Job-Centers oder das "Welcome Center der privaten Initiative "Flüchtlinge sind in Düsseldorf willkommen". Noch im Sommer startet zudem eine neue Service-Stelle für Fach- und Führungskräfte der Wirtschaftsförderung, die zu Fragen rund um ausländische Mitarbeiter berät. "Die Service-Stelle ist wichtig für den Standort, weil sie einen Mehrwert für Unternehmen bietet", sagt Annette Klerks von der Wirtschaftsförderung. "Manche Firmen wird sie erst dazu ermuntern, Fachkräfte nach Düsseldorf zu holen." Bis die diversen Angebote geordnet und sogar teilweise oder ganz unter einem Dach vereint sind, dürfte es aber noch dauern.

Wie geht es weiter?

Eine Arbeitsgruppe des Integrationsrats und der Verwaltung soll eine konkrete Planung vorantreiben. Der Vorsitzende, FDP-Politiker Rainer Matheisen, will einen "Mentalitätswandel" in der Verwaltung vorantreiben - und hofft darauf, dass die Mitarbeiter das Projekt unterstützen. "Man muss die Verwaltung für das Thema begeistern", sagt Matheisen.

Quelle: RP
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