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Düsseldorf
Politik will großes Foto-Festival

Düsseldorf: Politik will großes Foto-Festival
Im Jahr 2014 fand die letzte Ausgabe der Quadriennale statt. Jetzt plant die Politik einen Nachfolger. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Die Ampel-Kooperation möchte eine "Photo Week" als Nachfolger für die Quadriennale installieren. Museen, Galerien, Künstler und auch Hobby-Fotografen sollen mitwirken. Die FDP hat auch eine Idee für die Leitung. Von Arne Lieb

Das gestrichene Kunstfest Quadriennale soll einen Nachfolger erhalten. Die Ampel-Kooperation aus SPD, Grünen und FDP will eine "Photo Week" initiieren. An dem zehntägigen Festival - inklusive zwei Wochenenden - sollen sich Museen beteiligen, aber auch Galerien und die Off-Szene. Hobby-Fotografen sowie Kinder und Jugendliche sollen mit Workshops oder Ausstellungen mitwirken. Man wünsche sich eine "Einbeziehung der Stadt in all ihren Facetten" sagt Manfred Neuenhaus (FDP). Er träumt von einem Festival mit Weltrang. "Das kann so etwas werden wie die Biennale in Venedig."

Die Idee kommt von den Liberalen. Sie versprechen sich deshalb so viel von dem Festival, weil sie etliche Anknüpfungspunkte sehen. Dazu zählt Düsseldorfs Ruf als Stadt der Fotokunst in der Nachfolge von Bernd und Hilla Becher. "Die Düsseldorfer Photoschule kennt man von Russland bis Miami", sagt Neuenhaus. "Das ist ein Alleinstellungsmerkmal." Darüber hinaus sei das Thema enorm populär beim Publikum. Neuenhaus erinnert an die langen Schlangen, wenn das NRW-Forum unter den langjährigen Leitern Werner Lippert und Petra Wenzel eine große Ausstellung eröffnete.

Die FDP verweist zudem auf etliche Akteure in der Stadt, die sich auf hohem Niveau mit Fotografie befassen, darunter nicht nur die Kulturinstitute. Fotografie ist zum Beispiel an gleich drei Düsseldorfer Hochschulen ein Thema: an der Kunstakademie, der Heine-Universität und der Hochschule. Auch das von Galeristen ausgerichteten "Photo Weekend" sei eine Erfolgsgeschichte, die man integrieren könnte - falls die Beteiligten wollen.

Die Ampel-Kooperation hatte die Quadriennale, 2006 von Oberbürgermeister Joachim Erwin und Kulturdezernent Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff gestartet, als einen ihrer ersten Beschlüsse eingestellt. Die Politiker hatten keine Hoffnung mehr, dass das zuletzt mit 4,2 Millionen unterstützte Festival doch noch zu dem Ereignis mit internationaler Strahlkraft werden würde, das man sich erhofft hatte. Man versprach aber einen Nachfolger. An ähnlich hohe Zuschüsse ist allerdings nicht gedacht. Die Rede ist von 300.000 Euro pro Ausgabe, die Foto-Woche soll aber häufiger stattfinden als nur alle vier Jahre.

Die konkrete Ausgestaltung will die Politik dem Kulturamt und später einer künstlerischen Leitung überlassen. Zu den Wünschen, die man dem Amt auf den Weg geben wird, gehört eine breite Beteiligung der Bürger. "Das Festival muss sichtbar von Garath bis Wittlaer sein", sagt Neuenhaus. Auch das hatte der Quadriennale nach Ansicht vieler Kritiker gefehlt. Die Liberalen haben einen Vorschlag, wer die vielen Wünsche in ein Konzept bringen könnte - und die Akteure dafür begeistern: "Werner Lippert wäre ein wunderbarer Eröffnungs-Intendant", sagt Neuenhaus.

Quelle: RP
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