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Düsseldorf
Politik will Köbes-Denkmal nicht geschenkt haben

Düsseldorf. Die Stadt Düsseldorf möchte kein Köbes-Denkmal von den Düsseldorfer Jonges erhalten. Das hat gestern der Kulturausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung entschieden. Er folgte damit einer Empfehlung des Beirats für Bildende Kunst, der einstimmig - allerdings in Abwesenheit der CDU-Vertreter - dazu geraten hatte, auf die Schenkung der mehr als zwei Meter hohen Statue zu Ehren der legendären Düsseldorfer Kellner zu verzichten. Damit dürfte die Idee endgültig beerdigt sein. Schon die Chefs der Hausbrauereien hatten signalisiert, dass sie von dem Vorhaben des Heimatvereins nicht begeistert sind. Von Arne Lieb

Nach den Vorstellungen von Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven hätte die Skulptur am Bolker Stern die Besucher von Düsseldorfs berühmtestem Viertel begrüßen sollen. Als Künstler für die aus Basaltlava am Eingangstor zur Altstadt an der Haltestelle Heinrich-Heine-Allee war Peter Rübsam vorgesehen gewesen.

Die Politiker und Kunstexperten im Beirat für Bildende Kunst konnten sich für den Plan allerdings nicht erwärmen. Das Gremium berät den Kulturausschuss in Fachfragen, dazu gehört auch die Bewertung von Schenkungen. Weder das Konzept noch der Standort konnten die Mitglieder überzeugen. SPD, Grüne und Linkspartei folgten im Kulturausschuss nun der Empfehlung. Die CDU enthielt sich, einzig Friedrich Conzen (CDU) und Manfred Neuenhaus (FDP) votierten dafür, das Geschenk anzunehmen.

Die Hausbrauereien Schlüssel, Schumacher, Füchschen und Uerige hatten bereits erklärt, dass sie das Vorhaben nicht unterstützen wollen. Offiziell begründet damit, dass die Brauereikultur zu lebendig sei, um Gegenstand eines Denkmals zu sein, zudem seien auch andere Mitarbeiter neben den Kellnern für die Popularität der Brauereien verantwortlich. Dahinter stand aber auch Verärgerung darüber, dass die Jonges öffentlich angeregt hatten, dass die Brauereien sich an der Finanzierung beteiligen. Schließlich hätten die Jonges das Kunstwerk selbst bezahlt - wenn die Stadtpolitik es denn gewollt hätte.

Der Heimatverein hat der Stadt immer wieder Kunstwerke geschenkt, darunter das von Bert Gerresheim geschaffene Stadterhebungsmonument am Burgplatz, die Sonnenuhr an der Rheinuferpromenade und den von Günther Uecker gefertigten goldenen Nagel vor dem Kö-Bogen.

Quelle: RP
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