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Düsseldorf
Politiker führen Streit um Tour bei Facebook weiter

Düsseldorf. Lange und kontrovers war über die Tour im Rathaus gestritten worden. Als sie vorbei war, herrschte dann Bekenntniszwang in der Kommunalpolitik: Noch bevor der letzte Radprofi die Stadt verlassen hatte, begann die politische Abrechnung - und der Kampf um die Deutungshoheit, ob sich der große Aufwand für das große Sportereignis denn nun gelohnt hat oder nicht.

Führende Politiker aus der Landeshauptstadt nutzen dafür Facebook. Allen vor stichelte CDU-Kreis-chef Thomas Jarzombek, ein Gegner der Tourbewerbung. Der zeigte am Sonntagabend Fotos von seinem Besuch des Kaiserswerther Schützenfestes, wo auch CDU-Ratsherr Andreas-Paul Stieber zu finden gewesen war. Für die hohen Kosten des Grand Départ - Jarzombek spricht von 17 Millionen Euro - wären ihm "sinnvollere Projekte" eingefallen. Zugleich dankte er jenen Menschen, die "an jedem Wochenende unentgeltlich tolle Veranstaltungen" organisierten - wie etwa die Schützen.

Wenig überraschend brach unter dem Beitrag ein Wortgefecht von Tour-Befürwortern und -Gegnern aus. In das mischte sich auch Günter Karen-Jungen ein. Der Grüne Bürgermeister zeigte ein Bild, auf dem er mit CDU-Fraktionsvize Andreas Hartnigk zu sehen ist. Der hatte im VIP-Zelt die erste Etappe mitgefeiert - obwohl seine Fraktion die Bewerbung abgelehnt hatte. "Dass wir einen Beobachter schicken, gehört dazu", so Jarzombek mit Augenzwinkern. Tourfan Karen-Jungen hat ihn nun als Friedensangebot auf einen Kaffee eingeladen, um noch einmal über den Sinn der Tour zu debattieren. FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, ebenfalls Tourkritikerin, verbrachte das Wochenende derweil in Berlin und brachte auf Facebook noch einmal ihre Ablehnung zum Ausdruck.

Ansonsten gehörten die sozialen Medien vor allem jenen, die das Spektakel genossen - ein fröhlicher Beitrag über den Besuch des Grand Départs gehörte bei den Aktiven von SPD und Grünen sozusagen zum guten Ton, viele waren mit den 3D-Brillen zu sehen, die beim Kraftwerk-Konzert ausgeteilt wurden. SPD-Chef Andreas Rimkus etwa holte zu einer Lobeshymne auf die Tour und die vielen Helfer aus ("Mein Düsseldorfer Herz schlägt Rad vor Freude") - und warf den politischen Gegnern "gelbstichiges Mimimimimimi" vor.

(arl)
 
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