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Düsseldorf
Politiker im Linksrheinischen streiten über Schulform

Düsseldorf. In der Bezirksvertretung 4 forderten CDU und FDP ein drittes Gymnasium. Die Opposition will die Frage offen lassen. Von Heide-Ines Willner

Das Gymnasium ist als weiterführende Schule die beliebteste Schulform im linksrheinischen Düsseldorf. Das belegen Zahlen, die die Verwaltung den linksrheinischen Bezirksvertretern während ihrer jüngsten Sitzung vorlegte. Demnach entschieden sich 74 Prozent der Eltern und Kinder im Schuljahr 2014/15 fürs Gymnasium (2012/13 waren es 61 Prozent). Angesichts der Steigerung, die zu Lasten der anderen Schulformen, zum Beispiel Realschule (19 Prozent 2014/15, 26 Prozent 2012/13), blieben CDU- und FDP-Fraktion bei ihrer Forderung nach einem dritten Gymnasium. Sie gaben ihren Wunsch als Empfehlung an Schulausschuss und Rat weiter. Auch der Prüfantrag der FDP, mit dem die Verwaltung gebeten wird, einen geeigneten Standort zu suchen, wurde mehrheitlich akzeptiert.

Die Opposition aus SPD, Grünen und Linken appellierte vergeblich an CDU und FDP, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen. Tobias Kühbacher (SPD): "Wir wollen keinen Glaubenskrieg führen. Deshalb beharren wir nicht auf einer Schulform und lassen die Frage: Gymnasium oder Gesamtschule? offen." Ein einstimmiger Beschluss sei das Ziel, um linksrheinische Interessen besser durchsetzen zu können". Markus Loh (Grüne) verwies auf die vom Schulausschuss beschlossene Elternbefragung der Zweitklässler, die während der Osterferien stattfinde. Dann würde sich der Elternwille für die nächsten Schuljahre zeigen. Das ist auch Meinung von SPD und Linken. "Wir sollten zunächst die Elternbefragung abwarten, um Erkenntnisse zu bekommen." Die Verwaltung sei übrigens bereits dabei, nach Standorten für eine weiterführende Schule zu suchen.

Jugendvertreter Niclas Ehrenberg störte es, dass nur von Eltern die Rede war und nicht von Schülern. Sie sollten zu den Schulformen befragt werden. Er habe die Erfahrung gemacht, dass sie eindeutig zum Gymnasium tendierten. "Deshalb werde ich dem Antrag der CDU für ein weiteres Gymnasium zustimmen." Einig waren sich alle über Parteigrenzen hinweg, dass angesichts der Bevölkerungsentwicklung im Stadtbezirk 4 zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden müssten. Trotz der geplanten zusätzlichen Aufstockungen der Zügigkeit und der genehmigten Erweiterungsbauten für die beiden linksrheinischen Gymnasien, sei nicht damit zu rechnen, dass der Bedarf langfristig gesichert sei, so das einhellige Echo. Sven Holly (CDU) machte auf die großen Klassen aufmerksam. "Schon heute besuchen bis zu 30 Schüler eine Klasse." Eine Steigerung sei nicht mehr möglich.

Quelle: RP
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