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Düsseldorf
Politiker schockiert über Baumfällungen

Düsseldorf: Politiker schockiert über Baumfällungen
Sabine Adamski (Grüne) von der Bezirksvertretung 2 hofft, dass einige geplante Baumfällungen noch mal überdacht werden. FOTO: andreas endermann
Düsseldorf. Mindestens 62 satzungsgeschützte Bäume standen in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung 2 auf der Tagesordnung. Für Bauvorhaben müssen sie gefällt werden. Dazu kommen noch Bäume, die nicht schützenswert sind. Von Nicole Kampe

Ein alter Kirschbaum steht auf dem Schulgelände an der Rosmarinstraße. Hoch gewachsen, mit vielen grünen Blättern. Ein toller Baum, wie Sabine Adamski von den Grünen im Stadtbezirk 2 (Flingern und Düsseltal) findet. Die Kirsche zählt zu den nicht schützenswerten Bäumen, die für die Erweiterung des Schulgebäudes gefällt werden könnte. Davon aber erfahren die Bezirksvertreter nur dann, wenn sie sich selbst ein Bild vom Gelände gemacht haben. Umso besorgter zeigten sich die Stadtteilpolitiker in der letzten Sitzung, als sie von zwölf satzungsgeschützten Bäumen erfuhren, die für den Erweiterungsbau gefällt werden müssen.

In den Sitzungsunterlagen waren zudem für die Sanierung des Freibades und den Neubau des Hallenbades am Flinger Broich weitere 30 schützenswerte Bäume aufgeführt, die im Weg stehen. Acht satzungsgeschützte Bäume müssen wohl für den Neubau eines Autohauses am Höherweg fallen, mindestens acht weitere für Fortunas Nachwuchsleistungszentrum auf dem ehemaligen Gelände des SC Flingern 08. Im entsprechenden Bauantrag sind noch zwölf ausgewiesen. Unter dem Strich macht das minimum 62 zu fällende Bäume, über die die Bezirksvertretung 2 (Flingern und Düsseltal) zu diskutieren hatte. "Wir stellen uns die Frage, ob wirklich nur die Bäume gefällt werden, die den Bauten im Weg stehen", sagt Michael Kendura von der SPD, der damit eine heiße Debatte um Bäume im Stadtbezirk eröffnet.

Dass Bäume für den Anbau einer Schule weichen müssen, damit kann Harald Schwenk von den Grünen noch leben. "Wenn aber Bäume für Stellplätze gefällt werden, das können wir nicht nachvollziehen." Aus dem Lageplan zum Bauantrag an der Rosmarinstraße gehe aber genau das hervor, außerdem seien sechs bis acht Bäume markiert, die nicht auf dem Baufeld stünden, gibt Schwenk zu bedenken. "Gerade weil das Gebäude nicht unterkellert ist, sollten doch andere Maßstäbe gelten", sagt Bezirksbürgermeister Uwe Wagner (SPD).

Dass viele Bäume Bauvorhaben blockieren, das ist nicht nur ein Problem im Stadtbezirk 2. Auch im Bezirk 6 (Lichtenbroich, Unterrath, Rath und Mörsenbroich) standen einige Bäume in der vergangenen Sitzung auf der Tagesordnung. Am Lichtenbroicher Graben zum Beispiel sollen acht zweigeschossige Doppelhaushälften entstehen. Von dem Vorhaben sind fünf satzungsgeschützte Bäume betroffen. Ersatzpflanzmaßnahmen werden mit dem Garten- Friedhofs- und Forstamt abgestimmt. Zwölf weitere Bäume müssen gefällt werden, wenn ein Bürogebäude mit Tiefgarage auf dem Grundstück Theodorstraße entsteht. In Hubbelrath (Stadtbezirk 7) müssen für den Bau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage sieben schützenswerte Bäume fallen.

Sorgfältig sei geprüft worden, welche Bäume gefällt werden müssten, heißt es von der Bauaufsicht. Auf eine Nachprüfung für den Erweiterungsbau an der Rosmarinstraße haben die Bezirksvertreter bestanden, bevor sie über die Unterlage abgestimmt haben. "Und wir wollen eine qualitative Ersatzpflanzung, keine hochallergenen Birken", sagt Kendura.

Quelle: RP
 
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