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Historische Leuchten sollen bleiben
Politiker wollen mehr Gaslaternen

Historische Leuchten sollen bleiben: Politiker wollen mehr Gaslaternen
FOTO: RP/Busskamp
Düsseldorf. Bis zum Jahr 2018 sollen die meisten der 17.000 Leuchten ausgetauscht werden. Kulturpolitiker wollen nicht ohne Weiteres hinnehmen, dass die historischen Gaslaternen aus dem Stadtbild verschwinden. Sie erzeugten ein Zuhause-Gefühl. Von Jörn Tüffers

Die anfängliche Begeisterung, altertümliche Gaslaternen auf moderne LED-Technik umzustellen, schwächt sich ab. Vertreter sämtlicher Ratsfraktionen sprachen sich gestern im Kulturausschuss dafür aus, dass mehr als die 5000 vorgesehenen Laternen im Stadtgebiet verbleiben sollen. Derzeit gibt es rund 17.000. "Wir sollten uns nicht eine solche uniforme Beleuchtung aufdrücken lassen", sagte Annelies Böcker (CDU).

Marit von Ahlefeld (Grüne) ist davon überzeugt, dass "die Bevölkerung dieses kalte LED-Licht nicht will". Schließlich seien die Gaslaternen ja auch so etwas wie ein Stück Zuhause. Und Cornelia Mohrs (SPD) sagte, es wäre bedauerlich, wenn "diese wunderschöne Straßenlaterne aus dem Straßenbild verchwindet". Ausgangspunkt war eine Anfrage der CDU. Sie wollte wissen, ob es möglich ist, historische Laternen auch in Straßenzügen zu erhalten, die nicht denkmalgeschützt sind.

Die Antwort von Kulturdezernent Hans-Georg Lohe war erhellend: Die historischen Leuchten bleiben nur vor Gebäuden stehen, für die Ensembleschutz besteht. Zur Verdeutlichung: In der Altstadt und am Kaiser-Wilhelm-Ring in Oberkassel mit seinen Jugendstilhäusern dürften beispielsweise keine LED-Leuchten angebracht werden. Mitsprechen dürfen die Bezirkspolitiker in den jeweiligen Stadtteilen außerdem nicht, sagte Lohe - was den Kulturpolitikern nun gar nicht gefällt.

Auf wenig Gegenliebe stoßen die bisher installierten LED-Leuchten in der Bevölkerung. Anwohner empfinden das Licht am Fleher Deich und in der Lippestraße im Hafen als zu kühl. Deshalb experimentieren die Stadtwerke daran, wie LED-Licht gedämpft werden kann. Das soll in einem Wohngebiet in Lohausen erprobt werden. Erstaunen löste allerdings die Ankündigung im Bauausschuss Anfang dieser Woche aus, dass die Anwohner an den Kosten beteiligt werden sollen.

Die Stadt will mit dem Austausch der Laternen bis zum Jahr 2018 zum Klimaschutz beitragen. Statt 163000 Kilowattstunden pro Jahr mit Gas werden nur 7000 Kilowattstunden pro Jahr für den Strom der LED Leuchten benötigt. Der CO2-Ausstoß sinkt damit um etwa 80 Prozent - um 31 Tonnen, haben Fachleute errechnet.

Quelle: RP
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