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Ermittlungen
Polizei befragt Anwohner zu Totem aus Altkleidercontainer

Mann stirbt in Altkleidercontainer in Düsseldorf
Mann stirbt in Altkleidercontainer in Düsseldorf FOTO: Patrick Schüller
Düsseldorf. Derzeit führt die Polizei Häuserbefragungen in Garath durch. Sie will herausfinden, wer der Mann ist, der tot in einem Altkleidercontainer gefunden wurde. Von Holger Lodahl

Die Obduktion hat inzwischen ergeben: Es gab keine Fremdeinwirkung. Das Opfer ist erstickt. Dabei kann der Warnhinweis kaum übersehen werden. "Bei Einstieg Lebensgefahr" ist in Deutsch, Englisch und Französisch auf dem Altkleidercontainer zu lesen. Zudem warnt eine einfache Illustration vor der Gefahr, die Klappe des Containers als Einstieg zu benutzen. Trotzdem hat der Mann in der Nacht zu Sonntag offenbar versucht, einige Kleidungsstücke aus dem Container zu klauben und ist dabei ums Leben gekommen.

Zwei Zeugen hatten sich gegen 0.30 Uhr bei der Polizei gemeldet, eine mutmaßlich tote Person würde mit dem Oberkörper in dem Altkleidercontainer auf dem Park+Ride-Parkplatz an der Koblenzer Straße feststecken. Mithilfe der Feuerwehr konnte der Behälter geöffnet werden, indem das massive Schloss aufgebogen wurde. Die sofort eingeleiteten Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos, der Notarzt stellte den Tod des Mannes fest.

Der Altkleidercontainer ist einer von etwa 600 Behältern, der vom städtischen Abfallunternehmen Awista in Düsseldorf aufgestellt wurde. Bürger, die Altkleider spenden möchten, müssen eine breite Klappe durch einen Griff öffnen und den Sack in die Klappe legen. Erst durch das Loslassen des Griffs löst sich die Klappe, so dass der Altkleidersack in den Container fällt. Durch diesen Mechanismus soll ein unzulässiger Zugriff vermieden werden. Dennoch machen sich Personen immer wieder an den Containern zu schaffen, um an die gespendete Kleidung zu gelangen. Manche dieser Versuche enden mit dem Tod.

Bei dem aktuellen Unglücksfall schließt die Polizei ein Fremdverschulden aus. Die Todesursache ist jedoch noch nicht eindeutig geklärt. Unbekannt ist auch, wie lange der Mann schon in dem Altkleidercontainer steckte, als man ihn entdeckte. Der Behälter befindet sich am Rande des Park+Ride-Parkplatzes, seine Öffnung befindet sich an der von der Straße abgewandten Seite in Richtung S-Bahnhof. Weil Polizei und Feuerwehr den Altkleidercontainer aufgebrochen haben, steht die große Öffnung des Containers zurzeit offen.

Der Verstorbene ist nach Polizeiangaben etwa 25 bis 35 Jahre alt gewesen. Er hatte eine schlanke, südländische Erscheinung und war circa 1,80 Meter groß. Er hatte einen Dreitagebart und braunes, kurzes und glattes Haar. Bekleidet war er mit einem blauen Langarm-Shirt, grün-weiß-grauen Bermudas und blauen Sneakers. Ob der Mann Asylbewerber war, ist unbekannt. Besondere Auffälligkeiten waren Tätowierungen auf dem linken Oberarm (Motiv "Tribal") sowie dem linken Unterschenkel (Motiv: "Drache"). Die Tätowierungen sind hauptsächlich in Mitteleuropa verbreitet.

Hinweise zur Identität des Mannes nimmt das Kriminalkommissariat 11 unter Telefon 0211 8700 entgegen.

Quelle: RP