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Düsseldorfer Altstadt
Polizei ermittelt nach Massenschlägerei

Düsseldorfer Altstadt: Polizei ermittelt nach Massenschlägerei
Dieses Bild zeigt Besucher vor dem "Papidoux" kurz nach dem Angriff. Die Polizei sicherte die Lage, die mutmaßlichen Angreifer waren aber verschwunden. FOTO: Niclas Ehrenberg
Düsseldorf. Eine heftige Auseinandersetzung von zwei Gruppen in der Altstadt führt zu vielen Gerüchten. War es ein Angriff von Rechten auf Linke? Haben sich die Gruppen verabredet? Die Polizei will sich nicht an Spekulationen beteiligen. Von Marc Ingel und Arne Lieb

Die Hintergründe einer Massenschlägerei vor einer Kneipe in der Altstadt sind auch drei Tage nach den Geschehnissen unklar. Ein Augenzeuge berichtet, eine Gruppe von rechten Fortuna-Fans - die Schätzungen liegen zwischen 50 und 150 Personen - habe am späten Freitagabend gezielt links aussehende Besucher vor der Kneipe "Papidoux" an der Liefergasse angegriffen.

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Ein anderer sagt, bereits rund zwei Stunden vor der gegen 22.40 Uhr beginnenden Schlägerei habe man in Antifa-Kreisen von der bevorstehenden Auseinandersetzung gewusst - was für eine Verabredung der beiden Gruppen zu einer Schlägerei sprechen würde. Die Polizei bestätigt davon nichts. "Da würde ich mich eindeutig im Bereich der Spekulation bewegen", kommentierte ein Polizeisprecher gestern die Vorfälle. "Auch ich bin im Nachhinein mit den vielen Gerüchten konfrontiert worden." Was genau zu der Auseinandersetzung geführt habe, müssten die weiteren Ermittlungen ergeben.

Fest steht: Demonstranten aus linkem und rechtem Spektrum hatten sich wenige Stunden zuvor beim Aufzug der rechtsextremen Dügida in Unterrath gegenübergestanden. Mit rund 35 Personen waren erneut wenige Teilnehmer zu der wöchentlichen Demonstration der Dügida gekommen. Die Stimmung war aber angespannt, die Polizei ging bei der An- und Abreise mehrfach bei leichten Auseinandersetzungen dazwischen. Rund 220 Teilnehmer protestierten nach Aufruf des linken Bündnisses "Düsseldorf stellt sich quer" gegen den rechten Aufmarsch. Zugleich waren viele Polizeibeamte rund um das Heimspiel der Fortuna gegen die Lokalrivalen vom MSV Duisburg im Einsatz.

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Um kurz nach halb elf ging dann die Schlägerei in der Altstadt los. In und vor der Kneipe sollen auch Teilnehmer der Dügida-Gegendemonstration gefeiert haben. Die Angreifer sollen laut Augenzeugen rechte Parolen gerufen haben, sie sollen zahlenmäßig deutlich überlegen gewesen sein. Ein Angreifer soll während der Prügelei sogar ein Messer gezogen haben.

Die Bilanz: Eine Person kam mit Verdacht auf einen Nasenbeinbruch ins Krankenhaus, mindestens fünf weitere wurden leicht verletzt. Niclas Ehrenberg, Jungpolitiker bei den "Freien Wählern" und Jugendratsmitglied, berichtet, er habe die Polizei gerufen, "damit nicht noch Schlimmeres passiert".

Kräfte aus den Einsatzhundertschaften, die nach dem Zweitliga-Fußballspiel noch in Altstadtnähe waren, sicherten die Lage. Die Angreifer waren aber bei ihrem Eintreffen bereits verschwunden. "Als die Kollegen dann auf der Liefergasse eintrafen, konnten keine Tatverdächtigen der Gruppe, die die Schlägerei offenbar begonnen hatte, mehr angetroffen werden", sagt der Polizeisprecher.

Mit der im Herbst wiederbelebten Dügida ist es derweil vorerst vorbei: Für dieses Jahr sind offenbar keine weiteren Termine mehr vorgesehen. Die Dügida ("Düsseldorfer gegen die Islamisierung des Abendlandes") war als lokaler Pegida-Ableger gestartet. Allerdings haben die Organisatoren aus Dresden sich von der Gruppe um die Rechtsextreme Melanie Dittmer distanziert. Zuletzt sank der Zulauf von Teilnehmern noch einmal deutlich.

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Quelle: RP
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