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Düsseldorf
Polizei ermittelt nach Säureunfall bei Muskator

Düsseldorf: Polizei ermittelt nach Säureunfall bei Muskator
Rund 50 Feuerwehrleute waren am Dienstag im Hafen im Einsatz, um die Säure in der alten Muskatorfabrik zu entsorgen. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Die Stadt will die Entsorgungskosten dem Insolvenzverwalter in Rechnung stellen. Von Stefani Geilhausen

Die mehreren hundert Liter Säure, die am Dienstag auf dem brachliegenden Gelände des ehemaligen Futtermittel-Herstellers Muskator im Hafen aus einem beschädigten Container ausgelaufen sind, haben keinen Umweltschaden angerichtet. Wie Stefan Ferber, Leiter des Umweltamts, unserer Redaktion versicherte, sei die Flüssigkeit weder ins Erdreich noch in die Kanalisation gelangt. Was nicht in intakte Behältnisse umgepumpt wurde, sei von der Feuerwehr mit Hilfe eines Spezialbindemittels vollständig aufgenommen worden. Die Chemikalie ist inzwischen als Propionsäure identifiziert worden, die in der Futtermittelfabrik als Konservierungsmittel verwendet worden ist.

Muskator stellte die Produktion an der Weizenmühlenstraße 2013 ein. Seither war das Gelände - ähnlich wie die nahe Papierfabrik - immer wieder Ziel von Randalierern und unbefugten Eindringlingen. Auch der Vorfall, der am Dienstag zu einem mehr als zehnstündigen Einsatz von rund 60 Feuerwehrleuten führte, soll durch mutwillige Beschädigung des gekennzeichneten Gefahrgut-Containers entstanden sein. Die Polizei hat dazu die Ermittlungen aufgenommen. Gemeldet wurde der Säureaustritt am Dienstagvormittag von Künstlern, die sich laut Feuerwehr mit Erlaubnis auf dem Gelände aufgehalten hatten.

Das Gemisch aus Propionsäure und Bindemittel ist inzwischen bei der IDR Entsorgungsgesellschaft in Reisholz sicher zwischengelagert und soll dann von einer Spezialfirma fachgerecht entsorgt werden, sagte Ferber. Die Kosten dafür werde die Stadt dem Insolvenzverwalter des Muskator-Werks in Rechnung stellen. Mit ihm werde die Stadtverwaltung auch kurzfristig klären, ob das brachliegende Industrieareal besser gesichert werden muss. Wer die Kosten für den Großeinsatz trägt, ließ Ferber offen.

Der Muskator-Insolvenzverwalter Bernd Depping war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Quelle: RP
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