| 18.22 Uhr

Doppelmord in Düsseldorf-Bilk
Polizei legt neue Standards für Ermittlungen fest

Prozess in Gießen wegen Bilker Doppelmordes
Prozess in Gießen wegen Bilker Doppelmordes FOTO: Geilhausen, Stefani
Düsseldorf. Nach der Pannenserie im Fall des Doppelmords von Bilk, den die Ermittler wochenlang als erweiterten Suizid behandelt hatten, hat die Kripo neue Standards für solche Ermittlungsverfahren festgelegt.

Es habe eine "intensive Aufbereitung" des Falles gegeben, sagte Polizeisprecher Andreas Czogalla. Nach dem Tod einer 86-Jährigen und ihrer Tochter waren keine Spuren am Tatort gesichert und Hinweise der Rechtsmedizin ignoriert worden. Die mutmaßliche Täterin steht derzeit in Gießen vor Gericht, wo ihr ein weiteres Tötungsdelikt zur Last gelegt wird. Dort hatte ein Rechtsmediziner am Mittwoch ausgesagt, der Doppelmord sei nicht der einzige Fall, in dem die Kripo Einschätzungen der Rechtsmediziner ignoriert hätte.

Das Rechtsmedizinische Institut hat diese Aussage auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft Düsseldorf gestern nicht bestätigt. Der inzwischen nach Salzburg gewechselte Mitarbeiter ist nun von der Staatsanwaltschaft aufgefordert worden, zu erklären, wovon er im Gießener Zeugenstand gesprochen hat. "Wir begrüßen sehr, dass die Staatsanwaltschaft sich um Aufklärung bemüht", sagte Czogalla. Die Behauptung des Rechtsmediziners habe die Polizei "überrascht".

(sg)
 
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