| 00.00 Uhr

Düsseldorf
Polizeipräsidium wird frühestens 2020 fertig

Düsseldorf: Polizeipräsidium wird frühestens 2020 fertig
Ab morgen wird's laut für die Polizei: Dann werden am alten Präsidium (rechts) Pfähle für eine Schutzwand in den Boden gebohrt. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Der Bau wird deutlich teurer als geplant. Im Herbst 2017 sollen die Beamten provisorisch ins benachbarte Innenministerium ziehen. Von Stefani Geilhausen

Als der Chef der uniformierten Polizei 2012 in den Ruhestand ging, hatte er seinen Nachfolger bedauert, weil der bei laufendem Umbau arbeiten müsste. Doch jetzt sieht es so aus, als würde auch der jetzige Leiter der Abteilung Gefahrenabwehr/Einsatz, Georg Schulz, bereits pensioniert sein, wenn der Um- und Neubau des Polizeipräsidiums einmal abgeschlossen ist. Inzwischen rechnet man mit einem Abschluss des Bauvorhabens erst für frühestens 2020.

Auf der Internetseite des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) des Landes steht derzeit nichts mehr vom Bauprojekt Polizeipräsidium. Die Daten hätten nicht mehr gestimmt, sagt BLB-Sprecherin Christa Bohl. 2010 war in einem Wettbewerb die Neugestaltung des Präsidiums beschlossen worden: Ein Neubau soll vor dem bestehenden Gebäude entstehen, das wiederum instandgesetzt werden soll. Weil es Diskussionen darum gab, ob die geplante Tiefgarage vom Jürgensplatz oder der Neusser Straße aus angefahren werden sollte, zog sich die eigentliche Planung dann noch einmal zwei Jahre hin. Und nachdem im Sommer 2013 endlich ein Baustellenschild aufgestellt worden war, klagte ein Bauunternehmer gegen die Auftragsvergabe - ein Verfahren, das erst im Januar dieses Jahres abgeschlossen wurde und bis dahin einen Baustopp begründete.

Immerhin: Am Montag war offizieller Baubeginn. Spätestens morgen, sagt Christa Bohl, werde das auch nicht mehr zu überhören sein. Denn dann würden die Arbeiter mit den Bohrungen für eine Pfahlwand beginnen, die den Altbau während der anstehenden Bauarbeiten schützen soll. Im denkmalgeschützten Altbau ist ein Drittel der Fläche bereits durch Brandschutzmauern vom übrigen Gebäude getrennt worden. "Da müssen nun die Elektro- und Datenkabel so abgetrennt werden, dass im anderen Teil noch gearbeitet werden kann - das ist sehr aufwendig", sagt Bohl. In einem halben Jahr, wenn die Kabel getrennt sind und die Pfahlwand steht, werde dann gebaut.

Im Herbst 2017 soll dann der Neubau stehen. Weil darin aber nicht genug Platz ist, wird die Polizei den Altbau dann wohl in Richtung Innenministerium verlassen. "Wir gehen zumindest davon aus", sagt die Sprecherin des BLB, dem auch dieses Gebäude gehört. Vorher müssten aber noch die Kosten geprüft werden, die dort für den provisorischen Umbau anfallen werden. Und die könnten hoch sein, denn in dem Bürohaus an der Haroldstraße ist viel Asbest verbaut worden. Eigentlich sollte es, wenn das Ministerium ins ehemalige WestLB-Haus gezogen ist, sofort saniert oder abgerissen werden.

So lange der Altbau dann saniert wird - da müssen sämtliche Strom- und Wasserleitungen erneuert und die Fußböden saniert werden - soll es aber für die Polizei noch ausreichend sein. Die hat bereits Anfang 2014 mehrere Dienststellen in andere Räumlichkeiten des Landesliegenschaftsbetriebs ausquartiert, und einige Büros sind seitdem in gemieteten Containern auf dem Jürgensplatz untergebracht.

In der ursprünglichen Planung war eine komplette Ausquartierung der Polizei aus Kostengründen nicht vorgesehen. Inzwischen geht der vielen Verzögerungen wegen ohnehin niemand mehr davon aus, dass das geplante Budget von 75 Millionen Euro noch zu halten ist. Man verhandele derzeit mit den beteiligten Unternehmen, sagt Bohl.

Die Tiefgarage soll übrigens nun erst ganz zum Schluss, nach Neubau und Altbau-Renovierung, gebaut werden. Damit ist aber die Polizei nicht einverstanden. Deren Projektleiter Harald Wilke will nicht nach dem Einzug ins neue Haus noch einmal mit Dreck und Baulärm zu tun haben. Jetzt wird erneut mit dem BLB über einen Termin beraten, in drei Wochen rechnet Christa Bohl mit einer Entscheidung. Und dann soll endgültig festgelegt sein, wo die Einfahrt der Tiefgarage hinkommt. Die ist nämlich während des langen Stillstands auf der Baustelle auch wieder in der Diskussion geraten.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Polizeipräsidium wird frühestens 2020 fertig


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.